27.09.2013 | Anstieg der Ärzethonorare

Höhere Ärztehonorare decken Kostensteigerungen

Ärzte und Psychotherapeuten bekommen bald höhere Honorare
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ärzteschaft und Kassen haben sich auf einen Anstieg der Honorare für niedergelassene Ärzte im Jahr 2014 verständigt. Die Kostensteigerungen in den Arztpraxen werden so ausreichend berücksichtigt. Auch Krankenhäuser, Krankenhausärzte und Apotheker sollen mehr Geld bekommen.

Das Ergebnis schließt einen weiteren Beitrag zur Förderung der haus- und fachärztlichen Grundversorgung ein. Kassenärzte werden sich freuen: Zwischen 590 und 800 Millionen EUR sollen sie im kommenden Jahr zusätzlich bekommen.

Mehr Honorar für Kassenärzte und Psychotherapeuten

Für die rund 150.000 Kassenärzte und Psychotherapeuten in Deutschland gibt es im kommenden Jahr mehr Geld: Das Gesamthonorar für sie steigt zwischen 590 und 800 Millionen EUR. Auf diesen Korridor verständigten sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Krankenkassen nach monatelangen Verhandlungen im Erweiterten Bewertungsausschuss unter Vorsitz eines neutralen Sachverständigen.

Anhebung des Arzthonorars, aber nicht der Leistungs-"Menge"

Laut KBV liegt die Erhöhung bei rund 3 %. Ob der vereinbarte Finanzrahmen letztlich eingehalten wird, ist aber noch offen, da nur die Preise, nicht aber die abzurechnende Leistungs-"Menge" festgeschrieben wurden. Über Mengenzuwächse ist noch auf Landesebene zu verhandeln.

Unterschiedliche Bezahlung der Ärzte

In die medizinische Grundversorgung sollen 2014 rund 140 Millionen EUR zusätzlich fließen: Jeweils 70 Millionen EUR an die Haus- und an die Fachärzte. Rein rechnerisch läuft die Vereinbarung auf ein Plus zwischen 3.900 und 5.300 EUR pro Arzt hinaus, allerdings werden die Mediziner unterschiedlich bezahlt.

Schritt zur Einzelleistungsvergütung verschoben

Die Erhöhung berücksichtigt nach den Worten von KBV-Chef Andreas Köhler die Kostensteigerungen in den Praxen. "Der nächste Schritt hin zu einer planbaren festen Einzelleistungsvergütung ist damit leider verschoben worden", kritisierte er. Dies müsse 2014 erreicht werden.

Echtes Honorarplus und Anstieg des Behandlungsbedarfs

Aus Sicht der Kassen ist das Ergebnis ein vertretbarer Kompromiss, da er Kostensteigerungen in den Arztpraxen ausreichend berücksichtige und mehr Geld für die haus- und fachärztliche Grundversorgung einschließe. Was der einzelne Arzt im kommenden Jahr tatsächlich an Honorarplus erhalte, stehe erst fest, wenn in den Regionen über den Anstieg des Behandlungsbedarfs verhandelt sei, sagte die Vizesprecherin des Kassen-Spitzenverbandes, Ann Marini.

Weitere Mehrausgaben neben den Ärztehonoraren

Zu dem vereinbarten Erhöhungsrahmen für die Ärztehonorare kommen nach Einschätzung der Kassen vermutlich noch Mehrausgaben - etwa für ambulantes Operieren und Gesundheitsprävention oder Vorsorge in Höhe von etwa 200 Millionen EUR hinzu. Damit sei mit einem Gesamtanstieg der Arztausgaben in 2014 um bis zu einer Milliarde EUR zu rechnen.

Rücklagen von Krankenkassen und Gesundheitsfonds

Die Entscheidung im Erweiterten Bewertungsausschusses fiel bereits am 25.9.2013, wurde aber erst am 26.9.2013 bekannt. Die Rücklagen von Krankenkassen und Gesundheitsfonds summierten sich Ende Juni auf knapp 28 Milliarden EUR.

Schlagworte zum Thema:  Arzthonorar, Arzt, Krankenhaus, Praxisgebühr

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