11.05.2015 | Gesundheitsfonds

Andere Verteilung aus dem Gesundheitsfonds gefordert

Die BKKen sind unzufrieden mit dem Gesundheitsfonds
Bild: Haufe Online Redaktion

Als zentrale Stelle sammelt der Gesundheitsfonds die Beitragseinnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung und schüttet sie nach bestimmten Kriterien wieder an die Kassen aus. Doch dies System funktioniert nach Ansicht der Betriebskrankenkassen nicht mehr.

Sie verlangen deshalb eine Überprüfung der Mittelverteilung aus dem Gesundheitsfonds. Die Zuteilung auf Basis von 80 ausgewählten Erkrankungen unter den Versicherten der jeweiligen Krankenkasse funktioniere so nicht mehr, sagte der Vorsitzende der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK), Hans Unterhuber. Lesen Sie hier, wie der Gesundheitsfonds funktioniert.

 

Bekommen AOKen zu viel aus dem Gesundheitsfonds?

Der sogenannte morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) begünstige insbesondere die AOKen, die mehr Geld zugewiesen bekämen, als sie Ausgaben hätten. «Wir erwarten von der Politik schon, dass sie jetzt nach sechs, sieben Jahren Funktionierens oder nicht Funktionierens des Morbi-RSA einfach mal genauer hinguckt», sagte Unterhuber.

Auswahl der Krankheitsarten neu bestimmen

Unterhuber verlangte zudem, endlich wissenschaftlich zu überprüfen, wie sich Finanzströme verändert haben. Vor allem sollte darüber nachgedacht werden, ob die Auswahl der Krankheitsarten angemessen ist. Der Morbi-RSA orientiere sich vor allem an chronischen Krankheiten, weniger an akuten Krankheitsfällen oder schweren Krebsleiden, die wesentlich teurer sein können.
Auch müsse die Frage gestellt werden, «wie haben sich die Versorgungslandschaften verändert». Vor allem in Ballungsräumen seien die Gesundheitskosten - ähnlich wie die Lebenshaltungskosten - besonders hoch. Dieser Faktor müsse bei den Zuweisungen ebenfalls berücksichtigt werden - ähnlich wie in Österreich und Holland, die vergleichbare Gesundheitssysteme hätten, sagte der SBK-Chef.

Politik soll Verteilmechanismus des Gesundheitsfonds prüfen

Unterhuber fügte hinzu: «Bei einem solchen gewaltigen Verteilmechanismus ist es in einer Demokratie angesagt, dass sich auch die Politik damit ausführlich beschäftigt.» Über den Gesundheitsfonds werden jährlich mehr als 200 Milliarden Euro verteilt. Auch Unterhuber rechnet damit, dass im Durchschnitt - bis auf das AOK-System - alle anderen Kassenarten im kommenden Jahr die Beiträge deutlich anheben müssen.

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Schlagworte zum Thema:  Krankenkassen-Finanzierung, Krankenkasse, Betriebskrankenkasse

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