03.07.2012 | Top-Thema Aktuelles zur Rente

Anpassungen der Leistung

Kapitel
Anpassung ab 1.7.2012
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Geldleistungen der Sozialversicherung haben Lohnersatzfunktion – daher wird regelmäßig die Leistungshöhe der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung angepasst.

Eine leichte Rentenerhöhung erwartet die gut 20 Mio. Rentenbezieher in Deutschland. Sie partizipieren nach einer längeren Durststrecke erstmals wieder an der wirtschaftlich positiven Entwicklung.

Rentensteigerung ab 1.7.2012

Zum 1.7.2012 steigen die Renten um 2,18 % (West) bzw.  2,26  % (Ost). Das ist mehr als ein Trostpflaster. Denn im vergangenen Jahr war nur eine magere Anpassung um 0,99 % erfolgt, davor gab es sogar eine Nullrunde. Grund für die Rentenerhöhung 2012 sind die gestiegenen Löhne sowie der Rückgang der Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr. Dennoch - die aktuelle Inflationsrate, die derzeit um 2,1 bis 2,3 % liegt, wird mit der aktuellen Rentenanpassung gerade noch gedeckt. Konkret bedeutet die Erhöhung bei einer Rente von 1.200 EUR zusätzliche 26,16 EUR (West) bzw. 27,12 EUR (Ost).

Dynamisierung der Entgeltersatzleistungen

Zu den Entgeltersatzleistungen der Sozialversicherung gehört auch das Übergangsgeld, das von verschiedenen Versicherungsträgern, u. a. von der Rentenversicherung gezahlt wird. Diese Geldleistung überbrückt einkommenslose Zeiten während der Teilnahme an Reha-Maßnahmen oder an Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Der Anpassungsfaktor wird jährlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekannt gegeben. Grundlage des Wertes ist die Veränderung der Entgelte je Arbeitnehmer vom vorvergangenen zum vergangenen Kalenderjahr. Der Wert gilt jeweils ab 1.7. eines Jahres für die folgenden 12 Kalendermonate. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht die Geldleistung selbst, sondern rechnerisch die Berechnungsgrundlage angepasst wird. Der Rentenversicherungsträger veranlasst jeweils die Dynamisierung von sich aus, d. h. es ist kein Antrag erforderlich. Für alle Dynamisierungen ab 1.7.2012 gilt der Anpassungsfaktor von 3,5 % . Auch das ist eine deutliche Verbesserung zu den Vorjahren. Ab 1.7.2011 galt ein Dynamisierungssatz von 2,29 %; im Jahr zuvor war gar keine Anhebung der Geldleistungen erfolgt. Der Anpassungssatz gilt im Übrigen auch für andere Entgeltersatzleistungen wie Krankengeld und Verletztengeld.

Dynamisierungen zur Anpassung der Leistungshöhe werden nach Ablauf eines Jahrs seit dem Ende des Bemessungszeitraums vorgenommen (§ 50 SGB IX). Bemessungszeitraum ist der Monat, dessen Entgelt für die Berechnung der Geldleistung maßgeblich ist. Für den Zeitpunkt der Dynamisierung spielt es keine Rolle, wann die Leistungszahlung eingesetzt hat.

Aktueller Rentenwert ebenfalls angepasst ab 1.7.2012

Zum 1.7.2012 ist ebenfalls ein neuer Rentenwert festgesetzt worden. Es gilt ab diesem Zeitpunkt ein Betrag von 28,07 EUR (West) bzw. 24,92 EUR (Ost). Der Rentenwert ist eine Rechengröße, die u. a. bei der Berechnung von Neurenten in der Rentenformel eine Rolle spielt. Der Wert entspricht der monatlichen Rente für einen Entgeltpunkt. Der Rentenwert hat auch für die Höhe der Hinzuverdienstgrenzen von Rentenbeziehern große Bedeutung. Zwar sind die Hinzuverdienstgrenzen primär an die Bezugsgröße gekoppelt, doch um die Verhältnisse im Rechtsgebiet Ost entsprechend der Entwicklung der Löhne und Gehälter abbilden zu können, erfolgt für Rentner in den östlichen Bundesländern eine gesonderte Umrechnung nach den jeweils geltenden Rentenwerten Ost und West.

Schlagworte zum Thema:  Rentenanpassung, Rente, Rentenhöhe, Rentenreform, Rentenversicherung, Renteneintritt

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