13.08.2012 | Individuelle Gesundheitsleistungen

Ärzteseminare zu IGeL werden nicht mehr gefördert

Umstrittene Förderung von Verkaufstrainings gestrichen
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ärzteseminare für den Verkauf umstrittener Selbstzahler-Angebote an Patienten werden nicht mehr staatlich gefördert.

Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte am 11.8.2012: Eine aktiv betriebene Vermarktung von individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) sei mit den ethischen Grundsätzen des Berufsrechts der Ärzte nicht vereinbar, hieß es zur Begründung.

Förderrichtlinien "auf die Schnelle" angepasst

«Holen sich Ärzte zur Entwicklung entsprechender Verkaufsstrategien externe Hilfe, ist dies vor allem unter gesundheitspolitischen und ethischen Gesichtspunkten nicht unterstützungswürdig», teilte das Ministerium mit. Nach einer Überprüfung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) würden die Förderrichtlinien «kurzfristig angepasst». Angaben über die bisherigen Fördermittel gab es nicht.

Hintergrund

IGeL-Leistungen - etwa zur Früherkennung von Grünem Star oder bestimmte Ultraschalluntersuchungen - müssen von Patienten selbst bezahlt werden, viele gelten als überflüssig. Das Volumen dieser Extra-Leistungen lag nach einer AOK-Studie im Jahr 2010 bei 1,5 Mrd. EUR. Demnach wurde mehr als jedem 4. Versicherten (28,3 %) innerhalb eines Jahres eine medizinische Leistung auf Privatrechnung verkauft.

Schlagworte zum Thema:  IGeL, Förderung

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