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Über 2.100 Behandlungsfehler festgestellt

Auch Ärzte sind nur Menschen und können Fehler machen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Auch Ärzte machen Fehler. Die Bundesärztekammer hat eine Statistik zu den nachgewiesenen Behandlungsfehlern 2015 vorgestellt.

Beschwerden über ärztliche Behandlungsfehler sind nach Angaben der Bundesärztekammer leicht rückläufig. Gingen 2012 bundesweit mehr als 12.200 Beschwerdeanträge ein, waren es 2015 etwas mehr als 11.800. In fast jedem sechsten Fall lag tatsächlich ein Behandlungsfehler vor, wie aus einer am 16.3.2016 vorgestellten Statistik der Bundesärztekammer hervorgeht. Dieser Fehlerquote bewege sich bei mehreren hundert Millionen Behandlungen weit unterhalb des Promillebereichs, hieß es.

Weniger Behandlungsfehler als im Vorjahr 

Zu Entscheidungen der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen über angebliche Behandlungsfehler kam es in 7.215 Fällen - rund 500 weniger als im Vorjahr. Dies zeigt die Statistische Erhebung der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen für das Statistikjahr 2015. In 2.132 Fällen habe ein Fehler vorgelegen, und in 1.774 Fällen führte dies zu einem Gesundheitsschaden, der dann einen Anspruch des Patienten auf Entschädigung begründete. Die mit Abstand häufigsten Fehler sind bei Brust-OPs nachgewiesen worden, gefolgt von Rückenbeschwerden und Unterschenkel- und Sprunggelenkbrüchen.

Beschwerden nach Behandlungen 

Die meisten Beschwerden gab es wiederum bei Gelenkabnutzungen von Knie und Hüfte sowie bei Unterschenkel- und Sprunggelenkbrüchen. Drei Viertel der Beschwerden erreichten die Schlichtungsstellen nach Behandlungen im Krankenhaus, ein Viertel nach ambulanter Behandlung in Arztpraxen.

Das sei nachzuvollziehen, da Kliniken im Schnitt wesentlich größere Eingriffe vornähmen als niedergelassene Ärzte, hieß es. Aufgelistet nach Abteilungen kamen entsprechend die mit Abstand meisten Beschwerden aus der Unfallchirurgie und Orthopädie.

Kliniken und Ärzte arbeiten unter Druck 

Nach Ansicht der Bundesärztekammer ist ein Grund für Behandlungsfehler der stetig wachsende Druck in Kliniken und Praxen. So habe die Zahl der ambulanten Behandlungsfälle zwischen 2004 und 2014 um 152 Millionen auf 688 Millionen zugenommen. In Krankenhäusern wurden demnach 2014 mehr als 19 Millionen Patienten behandelt. Andreas Crusius von der Bundesärztekammer sagte, Ärzte machten Fehler, sie seien aber keine Pfuscher. Man gehe offen mit den Fehlern um.

Zentralregister für Behandlungsfehler gefordert 

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch sagte: «Wir brauchen ein bundeseinheitliches Zentralregister für Behandlungsfehler. Es kann nicht sein, dass Ärztekammern, Krankenkassen und Gerichte hier unterschiedlich zählen.» Ebenso nötig sei ein Härtefallfonds für rasche Hilfe bei offenkundigen Behandlungsfehlern. 

HinweisStatistische Erhebung der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen für das Statistikjahr 2015

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Schlagworte zum Thema:  Ärzte, Ärztekammer, Behandlungsfehler

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