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Steigende Arzthonorare würden Kassen-Reserve schrumpfen lassen

Geht es bald an die Reserven der Kassen?
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Streikdrohungen der Ärzte haben gewirkt. Ihnen winkt rund eine Milliarde mehr. Die Reserven der Kassen dürften stark schrumpfen.

Ein kräftiges Ausgabenplus für Ärzte, Kliniken und Apotheker in Milliardenhöhe lässt die Rekordreserve der gesetzlichen Krankenversicherung abschmelzen. Im Honorarstreit der 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten mit den Krankenkassen pochte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) am 16.9.2012 auf eine Einigung.

Streiks bis zur nächsten Verhandlung ausgesetzt

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), taxierte in der FAZ v. 15.9.2012 die Mehrausgaben für Ärzte, Kliniken, Arzneimitteln und Apotheker im kommenden Jahr auf mindestens 2,8 Mrd. EUR. Allein im Honorarstreit bei den niedergelassenen Ärzten verhandeln Mediziner und Krankenkassen derzeit über rund 1 Mrd. EUR mehr. Bis zur Schlussrunde am 4.10.2012 wurden angedrohte Ärzteproteste am 14.9.2012 überraschend ausgesetzt.

So sollen die Millionen verteilt werden

Laut FAZ soll es allein 330 Mio. EUR mehr geben für medizinisch zusätzlich nötige Behandlungen, 200 Mio. für besonders förderungswürdige Leistungen und 100 Mio. für Psychotherapeuten. Bahr sagte: "Kassen und Ärzte haben es noch in der Hand, ein vernünftiges Ergebnis zu erreichen." Er begrüßte, dass es wieder Bewegung gebe.

Laut Spahn gibt es voraussichtlich mehr als 2 Mrd. EUR mehr für Ärzte und Krankenhäuser, rund 500 Mio. EUR mehr dürften die Arzneimittel im kommenden Jahr kosten, und mindestens 310 Mio. bekämen die Apotheker.

Rücklage wird aufgebraucht

Damit bleibe kaum mehr etwas übrig von den zwischen 3 und 4 Mrd. EUR umfassenden Überschüssen, die der Gesundheitsfonds nach Abzug von Pflichtrücklagen und eines geplanten Rückflusses an den Finanzminister noch habe.

Nach den jüngsten Zahlen zum Ende des 1. Halbjahres haben die einzelnen Kassen 12,8 Mrd. EUR als Polster angesammelt. Der Gesundheitsfonds hat im Moment insgesamt zusätzlich eine 9-Milliarden-Reserve.

Ärzte bleiben in Hab-Acht-Stellung

Trotz des verbesserten Angebots der Kassen bleiben die Ärzte in Protestbereitschaft. Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Reinhardt, sagte, er begrüße die Bewegung der Kassenseite. "Wir werden aber so weit auf Betriebstemperatur bleiben, dass wir bei einem Scheitern der Verhandlungen unmittelbar reagieren und unseren Protest fortsetzen können."

Schlagworte zum Thema:  Krankenkasse, Arzthonorar, Kassenarzt, Selbstverwaltung, Praxisgebühr

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