22.03.2016 | Krankenkassenbetrug

Abrechnungsbetrug: Schaden für Krankenkassen in Höhe von 34 Mio. EUR

Krankenkassen um 34 Mio. geprellt
Bild: Haufe Online Redaktion

Es geht um sehr viel Geld, das eine radiologische Praxis nebst Mittäter eingestrichen hat. Ein Abrechnungsbetrug gegen die Krankenkassen in gewaltiger Höhe.

Um insgesamt 34 Mio. EUR sollen der Inhaber einer Hamburger Radiologie-Gesellschaft, sein Geschäftsführer und ein Apotheker die Krankenkassen geprellt haben.

Röntgenkontrastmittel in Einzeldosen verkauft

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kaufte die Gesellschaft Röntgenkontrastmittel in großen Mengen bei dem Apotheker und rechnete die Mittel in Einzeldosen ab. Die Rabattgewinne strichen die Angeklagten ein. Vor dem Hamburger Landgericht beginnt am 22.3.2016 der Prozess gegen den kaufmännischen Geschäftsführer der Gesellschaft und den Apotheker.

Die Anklage lautet auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug in 51 Fällen und Urkundenfälschung.

Der ebenfalls angeklagte Inhaber der Gesellschaft wurde im November 2015 in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen. «Die Hamburger Behörden haben ein Auslieferungsersuchen an die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate gestellt», sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach. Über die Auslieferung sei aber noch nicht entschieden worden. Der 59-jährige Radiologe hatte das Unternehmen aufgebaut und mehrere medizinische Versorgungszentren in Norddeutschland gegründet.

Radiologie-Unternehmen insolvent

Die Taten sollen zwischen Juli 2011 und November 2012 verübt worden sein. Kurze Zeit später war das Radiologie-Unternehmen insolvent. Weil der Geschäftsführer und der Apotheker bereits seit Oktober in Untersuchungshaft sitzen, wurde das Verfahren gegen sie abgetrennt. Sie hätten Anspruch auf ein beschleunigtes Verfahren, hieß es.

Ermittler fanden Riesenlager

Patienten seien durch den Betrug körperlich nicht zu Schaden gekommen, erklärte Frombach. Die nicht erforderlichen Mengen an Kontrastmitteln seien nur zum Schein verordnet worden. Bei Durchsuchungen fanden die Ermittler «Riesenlager» der Mittel. Die meist Jod-haltigen Substanzen werden Patienten vor radiologischen Untersuchungen verabreicht, um Blutgefäße, Gallenwege, Magen oder Darm besser sichtbar zu machen.

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Schlagworte zum Thema:  Betrug, Krankenkasse

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