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Werbung über Fettreduktion per Ultraschall: ohne wissenschaftliche Nachweise irreführend

Bestehen keine wissenschaftlichen Nachweise über die Wirksamkeit eines Schlankheitsverfahrens, ist eine Werbung mit Wirkaussagen unzulässig. Auch eine Angabe der Kundenzufriedenheit reicht dabei nicht aus.

Fett weg durch Ultraschall-Lipolyse

Ein Unternehmen warb im Internet mit einem nicht invasiven Ultraschallverfahren, welches Problemzonen bekämpfen, Fettzellen per Ultraschall reduzieren und eine Alternative zur Fettabsaugung darstellen sollte. Der Antragsteller, ein branchenübergreifend und überregional tätiger Wettbewerbsverband, hatte die Werbeaussagen als irreführend angesehen und mahnte die Antragsgegnerin deshalb ab.

 

Zufriedene Kunden - Beweis für Wirksamkeit?

Es gäbe keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dafür, dass sich mittels Ultraschall Übergewicht reduzieren ließe, so der Verein. Des Weiteren sei die Antragsgegnerin, welche mit solch einer umstrittenen Wirkung ihres Geräts werbe, für die beworbenen Wirkaussagen beweispflichtig. Diese wiederum vertrat die Meinung, dass die positive Rückmeldung sehr vieler zufriedener Kunden für die Wirksamkeit des Verfahrens spreche.

 

Beweispflicht für Wirkaussage liegt hier beim Werbenden

Nachdem in erster Instanz die Klage abgewiesen wurde, hat das OLG Hamm die Werbung als irreführend bestätigt. Das Heilmittelwerbegesetz (HWG) findet dabei auf die typische Schlankheitswerbung regelmäßig Anwendung, so das Gericht.

Zwar sei es grundsätzlich bei der Behauptung einer irreführenden Werbung die Sache des Antragstellers, die Unrichtigkeit der Werbeaussage glaubhaft zu machen. Dies gelte aber nicht, wenn der Werbende im Bereich der gesundheitsbezogenen oder nur kosmetischen Werbung Wirkaussagen trifft und deren Wirkungen nach dem Vortrag des Antragstellers wissenschaftlich umstritten sind.

 

Ergebnis einer Studie: Keine Gewichtsreduktion

Im Gegensatz zur Vorinstanz waren die Richter der Auffassung, dass die Erfahrungsberichte zufriedener Kunden als Beleg für die Wirksamkeit nicht genügten. Im Übrigen kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass bei den Probanden trotz erheblicher Umfangsreduktion kein Gewichtsverlust feststellbar war. Aus der Werbung war jedoch aus Sicht des Verbrauchers zu entnehmen, dass ein Gewichtsverlust sicher eintreten sollte.

(OLG Hamm, Urteil v. 18.11.2010, I-4 U 148/10).

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