Erste Gläubigerantrag setzt das Insolvenzverfahren in Gang

Mit dem Ziel, dass eine Zahlungsunfähigkeit schneller abgeklärt und Gläubiger somit frühzeitig vor Schaden geschützt werden, wurde das Erfordernis eines Erstantrags gestrichen.

  • Der Schuldner, der nach einem ersten Insolvenzantrag die Forderung des Antrag stellenden Gläubigers erfüllt hatte, konnte bisher weiter wirtschaften.
  • Erst mit dem Zweitantrag ist der Gläubiger durchgedrungen und hat das Insolvenzantragsverfahren mit allen Konsequenzen in Gang gesetzt.

Künftig wird dem Schuldner jetzt schon beim Erstantrag Einhalt geboten.

Hohe Anforderungen an den Insolvenzantrag

Die Anforderungen an den Insolvenzeröffnungsantrag bleiben weiter hoch. An dem notwendigen Nachweis des rechtlichen Interesses (künftig auflaufende Forderungen) und der Tatsache, dass der Eröffnungsgrund (die überwiegend wahrscheinliche Zahlungsunfähigkeit des Schuldners) glaubhaft gemacht werden muss, hat sich nichts geändert.

Kritik an der Neuregelung

Die Umkehrung der Beweislast, bei der der Insolvenzverwalter dem Gläubiger die Kenntnis von der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners nachweisen muss, stellt die Rechtsprechung vor Herausforderungen und steht konträr zur aktuellen BGH-Rechtsprechung.

Die im Gesetz verwandten unbestimmten Begriffe wie "Unlauterkeit“ und „Gepflogenheiten des Geschäftsverkehrs" werden ebenfalls kritisiert, weil sie die nötige Klarheit vermissen lassen. Dies Klärung wird nun die Rechtsprechung übernehmen.

 

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