01.09.2014 | Top-Thema Provisionsunabhängige Honoraranlageberatung soll Finanzmarktkrisen verhindern

Sanktionierung schwarzer Schafe und Kritik an der Neuregelung

Kapitel
Für schwarze Schafe unter den Anlageberatern drohen Sanktionen
Bild: Hermann ⁄

Wer in dem neuen Beruf gegen die Regeln verstößt, muss mit Strafen rechnen. Doch trotz der Vorgaben und Sanktionen sehen Kritiker die Neuregelungen als Fehlversuch, weil nicht praxistauglich an.

Entfernung aus dem Register und Schadensersatz

Institute, die nachhaltig gegen die besonderen Wohlverhaltens- und Organisationspflichten für die Honoraranlageberatung verstoßen, können aus dem Honoraranlageberater-Register entfernt werden. Die gesetzlich geschützte Bezeichnung darf dieses Institut dann nicht mehr führen. Nähere Einzelheiten kann das Bundesfinanzministerium durch Rechtsverordnung regeln. So bedarf die Art und Weise der Information des Kunden darüber, ob es sich um eine Honoraranlageberatung handelt, noch der näheren Ausgestaltung, ebenso der Zeitpunkt der Informationserteilung.

Daneben gilt es zu beachten, dass bei entsprechender Pflichtverletzung auch schadensersatzrechtliche Pflichten auf den Honorar-Anlageberater zukommen können.

Kritikpunkte

Viele Kritiker sehen das Gesetz schon jetzt als gescheitert an, denn nur wenige Anlageberater mit einem speziellen Kundenkreis seien wirtschaftlich in der Lage, sich auf eine solche Art der Anlageberatung ausschließlich festzulegen. Für den Normalkunden stelle eine eigenständige Honorarvereinbarung eine zu hohe Hürde für die Inanspruchnahme einer solchen Beratung dar. Damit sei der Gesetzeszweck, eine objektiver Beratung für eine breite Anlegerschicht zu erreichen, von vornherein verfehlt.

Schlagworte zum Thema:  Schadensersatz, Honorar, Finanzmärkte

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