01.09.2014 | Top-Thema Provisionsunabhängige Honoraranlageberatung soll Finanzmarktkrisen verhindern

Neuregelungen soll Lehren aus der Finanzmarktkrise umsetzen

Kapitel
Am Provisionsinteresse orientierte Anlageberatung war Mitursache für die Finanzmarktkrise
Bild: Gerd Altmann ⁄

Am Provisionsinteresse orientierter Kundenberatung sah der Gesetzgeber eine wichtige Ursache für die Finanzmarktkrise (Stichwort: „Lehman-Zertifikate“). Hier soll auch mit dieser Neuerung gegengesteuert werden.

Die Neuregelung ist eine Folge der Finanzmarktkrise, bei der sich etwa als Lehman-Zertifikate, die sich später als gefährliche Risikopapiere entpuppten, noch als sichere Anlage verkauft wurden. Eine mitentscheidende Ursache für die Probleme wurde darin gesehen, dass infolge hoher Provisionszahlungen gerade bei Risikopapieren, das Interesse der Institute am Verkauf dieser Papiere durch das hinzutretende hohe Eigeninteresse der Anlageberater das Beratungsinteresse des Kunden konterkarierte.

EU-Staaten zogen unterschiedliche Lehren aus der Finanzmarktkrise

In den Ländern der EU zog man unterschiedliche Lehren aus der Misere. In England wurde der Provisionsberater  zum Schutze der Kunden ganz zurückgedrängt. In der Bundesrepublik wurde das Gesetz zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente beschlossen. Hierdurch soll die Honorarberatung gegenüber der provisionsbasierten Beratung und Vermittlung entscheidend gestärkt werden.

Das Gesetz zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente (Honoraranlageberatungsgesetz, BGBl 2013 Teil I Nr. 38 v.  18. 7. 2013 S. 2390) trat zum  1.8.2014 in Kraft. Ergänzend führt das Honorar-Anlageberatungsgesetz (HAnlBG) einen zusätzlichen Ordnungsrahmen für die Finanzmärkte ein.

Schlagworte zum Thema:  Provision, Krise, Honorar, Finanzmärkte

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