13.01.2015 | Top-Thema Lebensversicherungsreform zum 1.1.2015 - lohnt sich das noch?

Höhere Beteiligung an Risikoüberschüssen

Kapitel
Lebensversicherung: Neuregelung bei den Risikoüberschüssen
Bild: MEV-Verlag, Germany

Ein positiver Aspekt für Versicherte ist die Neuregelung bei den Risikoüberschüssen, die allerdings die Nachteile bei den Bewertungsreserven bei weitem nicht ausgleichen kann. Künftig werden die Versicherten mindestens zu 90 Prozent (bisher 75 Prozent) an den Risikoüberschüssen beteiligt.

Bei Kapitallebensversicherungen fallen Risikoüberschüsse an, wenn die Kunden länger leben als von der Versicherung in ihren Sterbetafeln kalkuliert, bei Rentenversicherungen, wenn die Versicherung die Leistungen kürzer zahlen muss als geplant, sprich die Versicherten im Durchschnitt früher sterben als es die Versicherungsmathematiker berechnet haben.

Von diesen Faktoren hängt ab, wie hoch die Rendite einer Lebens- oder Rentenversicherung ist

Garantiezins: Der Garantiezins ist der Zins, den die Versicherung dem Sparanteil gutschreibt. Das ist der Teil der Prämie, der nach Abzug von Vertriebs-, Verwaltungs- und Risikokosten übrig bleibt. Deshalb liegt die Rendite, bezogen auf die eingezahlten Beiträge, erheblich niedriger, häufig sogar deutlich unter dem auf den Sparanteil bezogenen Garantiezins.

Überschüsse: Überschüsse sind nicht garantiert. Sie werden von den Versicherungsgesellschaften jedes Jahr neu festgelegt und hängen von der Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten, der Entwicklung der versicherten Risiken und nicht zuletzt von den Kosten ab, die bei der Versicherung anfallen.

Zinsüberschüsse: Die Versicherer müssen ihre Kunden zu mindestens 90 Prozent an den Zinsgewinnen aus Kapitalanlagen beteiligen, die über den Garantiezins hinausgehen.

Kostenüberschüsse: Fallen bei den Versicherungen weniger Kosten an als geplant, entstehen Kostenüberschüsse. Kunden müssen mindestens zu 50 Prozent an derartigen Überschüssen beteiligt werden.

Risikoüberschüsse: Die Kalkulation von Risiken ist eine Kernaufgabe von Versicherern und den bei ihnen angestellten Finanzmathematikern. Dennoch stellen sich die Risiken in der Praxis häufig etwas anders dar als von den Fachleuten berechnet. Kunden müssen nach dem Lebensversicherungsreformgesetz zu 90 Prozent (bisher: 75 Prozent) an den Kostenüberschüssen beteiligt werden. Die entstehen bei Kapitallebensversicherungen, wenn Kunden später sterben als erwartet. Bei Rentenversicherungen ist der gegenteilige Fall vorteilhaft für das Kollektiv der Versicherten – wenn die Bezieher von Rentenleistungen früher sterben als vom Versicherer kalkuliert.

Schlussüberschuss: Den Schlussüberschuss gibt es, wie der Name schon sagt, bei Vertragsende. Also nur für die Kunden, die ihren Vertrag auch wirklich durchhalten. Wird ein Vertrag vorzeitig gekündigt, entfällt der Schlussüberschuss oder er wird deutlich gekürzt.

Schlagworte zum Thema:  Sterbetafel, Lebensversicherung

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