13.01.2015 | Top-Thema Lebensversicherungsreform zum 1.1.2015 - lohnt sich das noch?

Neuregelung bei Bewertungsreserven – Ablaufleistungen sinken weiter

Kapitel
Lebensversicherung: geringere Ausschüttungen als geplant
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Neben den niedrigeren Zinsen und Überschüssen sorgt eine Änderung bei den Bewertungsreserven dafür, dass Lebensversicherungskunden künftig deutlich weniger ausgezahlt bekommen werden als bisher. Die Bewertungsreserven, um die es geht, sind beträchtlich.

Die Bewertungsreserven der Versicherungen sind beträchtlich. Denn durch die seit Jahren sinkenden Zinsen, sind die Kurse von Anleihen, die Versicherer schon länger halten, deutlich gestiegen. Von diesen nicht realisierten Bewertungsgewinnen profitieren Anleger, deren Verträge auslaufen, nicht mehr so stark wie früher.

Ausschüttungen werden durch Sicherungsbedarf begrenzt

Bisher wurden die Kunden zur Hälfte an den Gewinnen beteiligt. Die neuen gesetzlichen Regelungen legen fest, dass Bewertungsreserven bei Ablauf eines Vertrags nur noch in dem Umfang an Kunden ausgeschüttet werden dürfen, der den sogenannten Sicherungsbedarf übersteigt.

Der Sicherungsbedarf ist der Betrag, den eine Versicherung benötigt, um den zugesagten Garantiezins zu finanzieren. Diese Regelung bezieht sich allerdings ausschließlich auf festverzinsliche Wertpapiere. Sie soll so lange gelten, so lange das Niedrigzinsumfeld anhält. Aus heutiger Perspektive ist es deshalb äußerst wahrscheinlich, dass uns diese Regelung für einen längeren Zeitraum begleiten wird.

Hinweis: Niedrigere Auszahlungen vorprogrammiert

Für Kunden, deren Vertrag in den nächsten Jahren ausläuft, wird die neue Regelung der Bewertungsreserven schmerzhafte Einschnitte bringen. Die Stiftung Warentest hat berechnet, dass allein die geringere Beteiligung an den Buchgewinnen bei festverzinslichen Wertpapieren die Ablaufleistung um einige tausend Euro schmälern kann.

Bundesfinanzminister rechtfertigt Neuregelung

Das Bundesfinanzministerium rechtfertigt die neue Regelung wie folgt: „Die bisher geltende hohe Beteiligung an den Bewertungsreserven ist nichts anderes als die vorzeitige Auszahlung der Zinserträge, die ein Versicherungsunternehmen in der Zukunft aus seinen festverzinslichen Anlagen vereinnahmen wird. Diese künftigen Zinserträge sind damit bereits verwendet und stehen den Versicherten, deren Vertrag noch lange läuft, nicht mehr für die Finanzierung der garantierten Leistungen zur Verfügung.“

Nach Einschätzung des Finanzministeriums führt dies zu einem Ungleichgewicht von Überschüssen und Bewertungsreserven und zu einer Benachteiligung von Bestandskunden.

Schlagworte zum Thema:  Reform, Lebensversicherung

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