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Kapitalgesellschaften: Angemessenheit des Zinssatzes für Gesellschafterdarlehen

Verträge zwischen Gesellschaft und Gesellschafter nimmt die Finanzverwaltung besonders ins Visier. Ein aktuelles Finanzgerichtsurteil hatte einen Fall mit einem zu hoch verzinsten Darlehen als Grundlage. Es droht eine verdeckte Gewinnausschüttung. Die Richter nannten Anhaltspunkte, woran sich die Angemessenheit der Zinsen bemessen kann.

Gewährt ein Gesellschafter seiner Kapitalgesellschaft ein Darlehen, das „zu hoch“ verzinst wird, so stellt dies eine verdeckte Gewinnausschüttung dar.

Vergleichbar mit Bankkredit – die Gesellschaftsperspektive gilt

Die Gesellschaft und der Gesellschafter dürfen sich bei der Frage der Angemessenheit daran orientieren, was die Gesellschaft für einen vergleichbaren Bankkredit hätte bezahlen müssen – Gesellschaftsperspektive.

Nicht relevant ist, welche Verzinsung der Gesellschafter für eine Anlage bei der Bank erhalten hätte - Gesellschafterperspektive. Auch eine „Margenteilung“ ist nach dem Urteil des FG Brandenburg nicht erforderlich.

Hinweis: Relevant für den „Bankenvergleich“ sind die konkreten Merkmale der Darlehensgewährung, wie Laufzeit, Tilgung, Sicherheiten etc.

(FG Brandenburg, Urteil v. 9.3.2011, 12 K 12267/07).

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