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GmbH: Bei Gehaltsverzicht zeitnah Verbindlichkeit bilanzieren

Wenn der Gesellschafter-Geschäftsführer ein zu hohes Gehalt kassiert oder der Preis beim Verkauf von Waren an den Gesellschafter zu niedrig ist, wittert das Finanzamt sofort eine verdeckte Gewinnausschüttung. Aber auch beim Gehaltsverzicht des Gesellschafters droht kurioserweise dieselbe Folge wie aus einem Urteil des Finanzgerichts München hervorgeht.

Vorsicht bei erzicht auf das Gehalt oder Tantieme

Zwar liegt beim Verzicht auf das Gehalt oder auf die Tantieme keine Vermögensminderung oder eine verhinderte Vermögensmehrung vor. Dennoch unterstellt das Finanzamt eine verdeckte Gewinnausschüttung unter der Voraussetzung,

  • das der Gesellschafter zu mehr als 50 Prozent an der GmbH beteiligt ist (beherrschender Gesellschafter),
  • die vertraglichen Vereinbarungen zur Auszahlung der Vergütung nicht eingehalten werden
  • und die Verbindlichkeit gegenüber dem Gesellschafter erst bei den Jahresabschlussarbeiten eingebucht wird.

Abgeltungsteuer verhindern

Unterstellt das Finanzamt eine verdeckte Gewinnausschüttung, darf der nachträglich gebuchte Aufwand für die Vergütung des Gesellschafter-Geschäftsführers den Gewinn der GmbH nicht mindern. Zudem unterliegt die verdeckte Gewinnausschüttung beim Gesellschafter der Abgeltungsteuer.

Um eine verdeckte Gewinnausschüttung wegen eines Verzichts auf laufendes Gehalt oder die Tantieme zu verhindern, sollten Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH Folgendes beherzigen:

  • Die Gründe für den Gehalts- oder Tantiemeverzicht sollten schriftlich festgehalten werden.

  • Zur Fälligkeit des Verzichts auf Auszahlung des Gehalts oder der Tantieme sollte in der Bilanz der GmbH zeitnah eine Verbindlichkeit gebucht werden. Eine Buchung beim Jahresabschluss ist zu spät.

(FG München, Urteil v. 5.5.2011, 7 K 1349/09).

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