14.01.2014 | Wettbewerbsverstoß

Glasbruchrabatt für kaskoversicherte Kunden ist unzulässig

Glasbruchrabatt für kaskoversicherte Kunden ist unzulässig
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nicht jeder Rabatt ist zulässig: Der Versuch stärkerer Kundenbindung durch Rabatte ist zwar ein übliches Verfahren. Wettbewerbswidrig war es allerdings im Falle eines Autoverglasers, der Kunden mit seinem Nachlass schon für den nächsten Scheibenbruch binden wollte.

Nach § 7 Abs. 2 AKB müssen Kaskoversicherte nämlich alles tun, damit ein Schaden so niedrig wie möglich ausfällt. Das bedeutet, dass der Versicherte die Kosten für die Reparatur niedrig halten muss. Zudem muss er den Versicherer zutreffend über die Höhe der Reparaturkosten informieren.

Kaskoversicherte  muss Schaden so niedrig wie möglich halten

An diesen beiden Punkten setzt das OLG Hamm an. Der versprochene Gutschein birgt nach Auffassung des Gerichts die Gefahr, dass Versicherte sich nicht nach der geboten objektiven Entscheidung für die günstigsten Anbieter entscheiden, weil sie den Gutschein ausnutzen wollen.

Versicherung zu hintergehen ist kein Kavaliersdelikt

Die Richter weisen zudem darauf hin, dass „nach der Lebenserfahrung bei einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung die Bereitschaft besteht, die Interessen der Versicherer im Blick auf den eigenen Vorteil nicht hinreichend zu wahren“. Soll heißen: Die Versicherung zu hintergehen, wird von Vielen als Kavaliersdelikt gesehen ("Versicherungsbetrug als Volkssport"). Doch das ist nicht akzeptabel.

(OLG Hamm, Urteil v. 12.11.2013, 4 U 31/13).

Schlagworte zum Thema:  Wettbewerbsverstoß, Rabatt, Gewährte Rabatte an Kunden, Gewährte Rabatte

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