19.02.2010 | Wirtschaftsrecht

Auch der Brezelverkauf in der Theater-Pause ist umsatzsteuerpflichtig!

Soweit bei Theateraufführungen in den Pausen kleine Speisen und Getränke an die Besucher verkauft werden, sind dies keine umsatzsteuerbefreiten Nebenleistungen.

Dies gilt auch dann, wenn der Theaterbetrieb nach § 4 Nr. 20a UStG wegen der Wahrnehmung kultureller Aufgaben für die Einnahmen aus dem Eintrittskartenverkauf von der Umsatzsteuer befreit ist.

Fundstelle: FG Hamburg, Urteil vom 27.5.2009, Az: 2 K 237708

Anmerkung: § 20 Nr. 4a UStG sieht eine besondere Steuerbefreiung für typische Theaterleistungen einschließlich der damit verbundenen Nebenleistungen vor. Soweit die Abgabe von Getränken und kleinen Speisen in den Pausen oder vor einer Theateraufführung erfolgt, ist dies zwar ein üblicher und von den Zuschauern erwarteter kleiner Service. Damit steht aber das Theater bereits in Konkurrenz zu Umsätzen von anderen Gastronomiebetrieben, zumal der Verkauf eine zusätzliche Einnahmequelle darstellt. Selbst bei einem Nebenumsatz von 8-10 % des Gesamtumsatzes im entschiedenen Streitfall kann dies im Anschluss an die vorliegende BFH-Rechtsprechung nicht mehr als untergeordnet angesehen werden.

Als USt-befreite Nebenleistungen werden hingegen noch die Garderoben-Aufbewahrung, der Programmverkauf und die Vermietung von Operngläsern angesehen.

Das FG hat die Revision nicht zugelassen, die eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde wurde vom BFH durch Beschluss vom 7.12.2009 zurückgewiesen (Az: XI B 52/09).

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