18.07.2013 | Top-Thema Wird der BGH die Helmpflicht für Fahrradfahrer einführen?

Bisher galt: Nur sportliche Radfahrer müssen einen Helm tragen

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Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Weltgesundheitsorganisation warnt: Fahren ohne Helm gefährdet Ihre Gesundheit! Doch darf deshalb Fahrern ohne Helm bei Schadensersatzforderungen aus Unfällen per se ein Mitverschulden in Rechnung gestellt werden, sobald ihre Anmutung eine sportliche ist?

In einem von den Radfachverbänden sehr aufmerksam aufgenommenen Urteil hat das OLG München einen Rennradfahrer, dem ein landwirtschaftliches Fahrzeug die Vorfahrt genommen hatte, eine Mitschuld an den erlittenen Kopfverletzungen zugesprochen.

Das OLG betonte in seiner Entscheidung, dass ein sportlich fahrender Radfahrer, der sich nicht lediglich von A nach B bewege, sondern das Fahrrad auch als Sportgerät nutze, fahrlässig handle, wenn er ohne Helm fahre. Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe in mehreren Untersuchungen festgestellt, dass schwere Kopfverletzungen von Fahrradfahrern durch das Tragen eines Helms vermieden werden könnten.

Klickpedalen und Sportkleidung

Zur Feststellung des sportlichen Fahrens genügte dem OLG, dass es sich bei dem benutzen Rad um ein Rennrad gehandelt hatte, der Fahrer sportlich gekleidet gewesen und mit Klickpedalen gefahren sei, wie es bei Rennfahrern üblich sei. Dennoch war das OLG bei Berechnung der Haftungsquote zurückhaltend und setzte den aus anderen Gründen festgestellten Mitverschuldensanteil des Radfahrers in Höhe von 33 % wegen des fehlenden Helms um 7% auf 40% herauf.

Schlagworte zum Thema:  Mitschuld, Helm, Fahrrad, Verkehrsunfall, Unfall, Bundesgerichtshof (BGH)

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