Das rechtliche Ende einer privaten Rennfahrt

Auch ein nichtorganisiertes wildes Rennen nur zweier Autos ist rechtswidrig, urteilte das OLG Hamm. Die Strafe fällt mit  400 Euro Geldbuße plus Fahrverbot momentan noch sehr moderat aus. Doch das wird sich bald ändern.

Ein 20-Jähriger war mit einem anderen jungen Mann durch Oldenburg gerast. So schnell, wie es ihre Autos erlaubten. Ein Ziel hatten die Verkehrs-Rowdies auf jeden Fall erreicht: Der Geruch nach Gummi war Augenzeugen auch noch lange nach dem illegalen Straßenrennen präsent.

Raser sieht keinen wettbewerblichen Charakter

Das Amtsgericht Cloppenburg hatte ein Bußgeld von 400 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot verhängt. Der jugendliche Raser wollte das jedoch nicht akzeptieren. Er bestritt, dass es sich bei der Raserei um ein Fahrzeugrennen gehandelt habe. Begründung: Es sei ihm gar nicht darum gegangen, gegen seinen Geistesverwandten zu gewinnen. Für ein Fahrzeugrennen fehle es deshalb an einem wettbewerblichen Charakter.

Das sah das OLG anders. Es bestätigte das Urteil des Amtsgerichts und bezog sich auf § 29 Abs. 1 StVO: „Rennen mit Kraftfahrzeugen sind verboten.“

Argumentation des Gerichts:

  • Auch ein nicht organisiertes, sogenanntes wildes Rennen von nur zwei Kraftfahrzeugen sei ein rechtswidriges Rennen im Sinne von § 29 Abs. 1 StVO
  • Ein illegales Rennen liege auch dann vor, wenn es den Fahrern nicht um die Ermittlung eines Siegers, sondern nur um möglichst schnelles Fahren geht
  • Den beiden Fahrern sei es unzweifelhaft auf die Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten angekommen.

Fazit: Der 20-Jährige muss seinen Führerschein für einen Monat abgeben und 400 Euro Geldbuße bezahlen. Angesichts der vorgesehenen gesetzlichen Neuregelung von illegalen Straßenrennen ein harmloses Ende eines ganz und gar nicht harmlosen Verhaltens.

Wesentlich härtere Strafen geplant

In dem neuen Gesetzentwurf sind nämlich wesentlich härtere Strafen für verhinderte Rennfahrer vorgesehen:

  • Bis zu zwei Jahren Haft für Veranstalter und Teilnehmer, falls kein anderer gefährdet wurde.
  • Bei der Gefährdung Unbeteiligter sind bis zu fünf Jahre, sollte es Verletzte oder Tote geben, bis zu zehn Jahre Haft vorgesehen.

(OLG Oldenburg, Urteil v. 04.11.2016, 2 Ss (OWi) 292/16).

Weitere News zum Thema:

Illegale Autorennen sollen stärker bestraft werden

Unerlaubte Straßenrennen führen zu Fahrverbot

Schlagworte zum Thema:  StVO, Strafrecht, Verkehrsrecht