| OLG Oldenburg

Vorzeitige Haftentlassung eines Vergewaltigers wegen zu hoher Rückfallgefahr nicht zu verantworten

Keine vorzeitige Haftentlassung eines Vergewaltigers bei hoher Rückfallgefahr
Bild: Haufe Online Redaktion

In dem zu entscheidenden Fall hatte das OLG Oldenburg den Antrag auf vorzeitige Entlassung auf Bewährung abgelehnt, da der verurteilte Straftäter über eine mangelnde Selbstkontrolle verfügte und weitere therapeutische Maßnahmen zur Minimierung des Rückfallrisikos unbedingt notwendig waren.  

Vergewaltiger zu 9 Jahren Haft verurteilt

Im Zeitraum zwischen April und August 2007 hatte ein Mann viermal nachts Frauen auf der Straße überfallen, diese teilweise mit einem Messer bedroht und sexuell angegangen. Daher wurde er 2008 wegen Vergewaltigung und besonders schwerer sexueller Nötigung vom Landgericht  Aurich zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt, welche im August 2016 verbüßt sein wird.

Zu hohe Rückfallgefahr – Keine vorzeitige Entlassung auf Bewährung

Eine vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung kam sowohl für die Strafvollstreckungskammer als auch für den 1. Strafsenat des OLG Oldenburg nicht in Betracht. Der beauftragte Sachverständige führte aus, dass innerhalb von fünf Jahren nach der Entlassung ein Rückfallrisiko von 15 % bestehe. Zudem habe der verurteilte Straftäter, welcher über eine mangelnde Selbstkontrolle verfüge und keine dauerhaften Beziehungen zu Frauen eingehen könne, die bereits begonnene Therapie noch nicht abgeschlossen.

Therapie muss dringend fortgeführt werden

Die Wahrscheinlichkeit für eine Tatwiederholung sei gerade im Hinblick auf die befürchteten Straftaten zu hoch, so dass eine vorzeitige Haftentlassung nach Ansicht der Richter nicht zu verantworten war. Daher sei es auch für den Fall der späteren Entlassung und zur Reduzierung des Gefahrenpotentials unbedingt notwendig, dass einzeltherapeutische Maßnahmen durchgeführt werden, so der Senat.

(OLG Oldenburg, Beschluss v. 20.01.2015, 1 Ws 601/14)

Schlagworte zum Thema:  Straftat, Vergewaltigung

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