11.05.2012 | Strafrecht

Toten Vater im Osterfeuer verbrannt

Bußgeld und Bewährungsstrafe für Betrug und Urkundenfälschung
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine 41-Jährige hat den Tod ihres schwer alkoholkranken Vaters aus Scham monatelang verschwiegen und dann seinen Leichnam im Osterfeuer verbrannt. Die Rente kassierte sie weiter. Erst als ihre Schwestern misstrauisch wurden, kam die grausame Geschichte ans Licht.

Weil sie ihren toten Vater im Osterfeuer verbrannt hat, muss eine Frau in Osnabrück ein Bußgeld in Höhe von 800 Euro zahlen. Über Monate hatte die 41-Jährige den Leichnam ihres Vaters zuerst in dessen Wohnung liegen lassen, dann in einem Stall versteckt und schließlich ins Osterfeuer auf dem eigenen Grundstück geworfen. Die Rente des Mannes kassierte sie unterdessen weiter. Erst als ihre misstrauischen Schwestern die Polizei verständigten, kam die Sache ans Licht.

Wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrugs und Urkundenfälschung verurteilte das Landgericht Osnabrück die 41-jährige Tochter außerdem zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Frau ihrem schwer alkoholkranken Vater immer wieder Wein hingestellt und auch nichts dagegen unternommen hatte, dass er Schnaps trank. «Sie wollte ihn damit ruhig stellen», sagte der Vorsitzende Richter. Die schädlichen Konsequenzen für den schwer herzkranken Mann habe sie in Kauf genommen.

Von dem Vorwurf der Misshandlung ihres stark pflegebedürftigen Vaters wurde die 41-Jährige aber freigesprochen. Auch für ihren Ehemann gab es einen Freispruch. Der psychisch kranke 42-Jährige wurde zu einer Geldbuße von 500 Euro verurteilt. Er hatte dabei geholfen, seinen toten Schwiegervater mit einem Traktor vom Stall zum Osterfeuer zu bringen.

Der Vater war etwa anderthalb Jahre vor seinem Tod aus seinem eigenen Haus zu seiner Tochter gezogen. Später zog die Familie mit zwei kleinen Kindern auf einen ehemaligen Bauernhof im Kreis Osnabrück. Die Betreuung des Vaters sei allerdings sehr schwierig gewesen. Der Mann habe sich vernachlässigt, seine Wohnung sei mit Kot und Dreck verschmutzt gewesen. Pflegepersonal griff er tätlich an. Einen Betreuungsplatz bekam der Mann nicht. Als der Vater im Juli 2009 starb, sprach die Tochter zunächst mit niemandem darüber. Erst Wochen später weihte sie ihren Ehemann ein.

Auch der Rentenversicherung verschwieg sie den Tod ihres Vaters. Mit einer gefälschten Unterschrift kündigte sie zudem dessen Hausratsversicherung. Die Hausfrau und Mutter zweier kleiner Kinder bekam nach eigenen Angaben keine Hilfe von ihrem Ehemann und war auf das Geld des Vaters angewiesen.

Schlagworte zum Thema:  Deutsches Strafrecht

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