| Hochrisiko-Haftentlassene

EU-Projekt erarbeitet europaweite Standards

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Das Ende der Sicherungsverwahrung oder Haft gefährlicher Straftäter bringt oft ein Fiasko für die Betroffenen und ihre neue Umgebung mit sich. Die Polizei wird überbeansprucht und Grundrechte und Resozialisierung gehen in Bürgerpanik "den Bach runter". Nun wird nach einem EU-Konzept gesucht.

Fast niemand will einen entlassenen Gewalttäter in seinem Umfeld wohnen lassen. Ob die Strafe verbüßt wurde und wie seine Prognose aussieht, ist dabei meist nebensächlich.

Schutz vor und für Entlassene

In einer Gemengelage von Furcht und Wut werden teilweise ganze Orte in eine Art emotionalen Ausnahmezustand versetzt. Die Bewohner fürchten den neuen, vormals schwerststraffälligen Mitbürger und wollen den Entlassenen nicht in ihrer Mitte. Sie befürchten Rückfälligkeit und sorgen sich - oft in rabiater Manier - um die Sicherheit in ihrer Gemeinde.

Die Freiheit der Entlassenen wird zu einem permanenten Belagerungszustand und die Polizei gerät an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, wenn sie den Entlassenen beobachten und ihn und die Bevölkerung schützen soll.

Europäische Vorgehensweisen vergleichen und gemeinsames Konzept entwickeln

Nun tun sich EU-Länder zusammen, um nach einheitlichen Modellen zu suchen, die diesem Problem gerecht werden. Für Hochrisikio-Haftentlassene sollen europaweite Standards entwickelt werden.

In dem zweijährigen Vorhaben, das Anfang November unter Führung Mecklenburg-Vorpommerns startete, arbeiten die Justizministerien Estlands und Finnlands, die staatliche Bewährungshilfe Irlands und ein Bildungsträger aus Italien zusammen. Zunächst sollen die Modelle der einzelnen Länder verglichen werden. Bei einem Symposium im Mai 2014 will man dann ein gemeinsames Konzept entwickeln, das Pilotcharakter für Deutschland und Europa hat.

Schlagworte zum Thema:  Straftat, Entlassung, Vorzeitige Entlassung

Aktuell

Meistgelesen