| Sicherheitskontrolle am Flughafen

Bitte knipsen! Passagiere müssen Echtheit ihrer Fotokamera nachweisen

Flugpassagier muss beweisen, dass seine Kamera keine gefährliche Attrappe ist
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Da es sich bei Kameras um Attrappen handeln und dies in einem Flugzeug eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen kann, ist das Sicherheitspersonal am Flughafen berechtigt, den Reisenden vor dem Besteigen des Fliegers um ein Foto zu bitten. Diese Sicherheitsverschärfungen sind auf die erhöhte Gefahr von Terroranschlägen zurückzuführen.

Ein 40-jähriger Bankkaufmann wollte Anfang 2014 in die Ukraine fliegen. Am Münchner Flughafen wurde er im Sicherheitsbereich kontrolliert und vom Sicherheitsmitarbeiter gebeten, den Auslöser seiner Digitalkamera zu drücken. 

Passagier verweigert Testbild als Beweis, dass die Kamera keine Attrappe seit

Der Reisende ließ es aus Sicht der Sicherheitspersonals an Kooperationsbereitschaft vermissen. Er verweigerte das Foto und begründete dies damit, dass sein Speicher voll sei und er dadurch ein wichtiges Bild löschen müsse.

Flug verpasst - Freistaat Bayern verklagt

Da man zu keiner Einigung fand und er letztlich aufgrund seiner Weigerung den Sicherheitsbereich nicht passieren durfte, verpasste er seinen Flug und verklagte den Freistaat Bayern. 

Kontrollmaßnahmen seit den Anschlägen in den USA verschärft

Die zuständige Richterin am Verwaltungsgericht München wies den Kläger auf die verschärften Kontrollmaßstäben seit den Anschlägen des 11.Septembers 2001 hin.

Nach dem Luftsicherheitsgesetz (LuftSiG) können Passagiere aus den nicht allgemein zugänglichen Bereichen verwiesen werden, wenn sie ihre Berechtigung zum Betreten des Kontrollbereichs nicht nachweisen, eine Durchsuchung ihrer Person und mitgeführter Gegenstände ablehnen oder bestimmte Gegenstände, welche bei der Durchsuchung oder Kontrolle festgestellt wurden, nicht zurücklassen.

VG München bestätigt Rechtmäßigkeit der Maßnahme

„Kamera sei nicht gleich Kamera“, betonte die Richterin. Daher sei aufgrund des Interesses der Allgemeinheit an der Vermeidung von Gefahren die Kontrollmaßnahme rechtmäßig gewesen. Der Kläger zog daraufhin seine Klage zurück.

(VG München, Urteil v. 11.12.2014, M 24 K 14.1502).

Vgl. auch:

Wenn Flüge vor Gericht landen

Schlagworte zum Thema:  Terrorismus, Sicherheitsrisiko, Flugreise

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