Pfändungstabelle: Neue Pfändungsfreigrenzen seit 1.7.2019

Alle zwei Jahre ändern sich die Pfändungsfreigrenzen, zuletzt zum 1. Juli 2019. Diese sind unterschiedlich hoch – je nach Arbeitslohn und Anzahl der Personen, für die Unterhaltspflicht besteht und Unterhalt geleistet wird.

Die Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen (hiermit ist das jeweilige Nettoeinkommen des Schuldners/der Schuldnerin gemeint), die vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2021 gelten, wurden im April im Bundesgesetzblatt bekannt gemacht (BGBl. I S. 443). Der unpfändbare Grundbetrag beträgt seit dem 1. Juli 2019 monatlich 1.178,59 Euro (bisher 1.133,80 Euro). Unterhaltspflichten werden berücksichtigt, das heißt, je nach Anzahl unterhaltsberechtigter Personen erhöht sich der Pfändungsfreibetrag. Das unpfändbare Einkommen dient zur Sicherung des Existenzminimums und zur Erfüllung der gesetzlichen Unterhaltsverpflichtungen des Schuldners/der Schuldnerin.

Es bestehen verschiedene Pfändungsschutzregeln

Bestimmte Einkommensbestandteile sind der Pfändung nicht oder nur bedingt unterworfen (§§ 850a, 850b ZPO), dazu zählen etwa Aufwandsentschädigungen, Gefahrenzulagen, Erziehungsgelder sowie unterschiedliche Formen von Renten und Unterstützungsleistungen.

Weitere Pfändungsschutzregelungen sind in den Büchern des Sozialgesetzbuches geregelt. Eine weitere Pfändungsschutzmöglichkeit stellen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) dar.

Pfändungsfreigrenzen gelten nicht bei der Vollstreckung von Unterhaltsansprüchen

Im Fall der Vollstreckung von Unterhaltsansprüchen gelten ebenfalls Sonderregelungen. Hier gelten die veröffentlichten Pfändungsfreigrenzen nicht. Im Fall der Zwangsvollstreckung verbleibt dem Schuldner/der Schuldnerin unter Umständen ein deutlich niedrigerer Betrag (§ 850d ZPO).

Wie ist die Lohnpfändungstabelle zu lesen?

Die Lohnpfändungstabelle gibt eine Übersicht, welche Einkommensbeträge im Falle einer Einkommenspfändung entsprechend § 850c ZPO pfändbar sind.

Pfändbarer Betrag bei Unterhaltspflicht für ... Personen:

Nettolohn monatlich

in Euro

012345 und mehr
3.100,00 bis 3.109,991.344,99738,92492,29295,08147,3048,94

Bei einem monatlichen Nettolohn in Höhe von 3.105,00 Euro und zwei unterhaltspflichtigen Personen sind 492,29 Euro pfändbar.

Die Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen sind auf der Homepage des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz abrufbar.

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