| Weihnachtsdeko

Weihnachts-Illumination an Haus und Garten: Las Vegas grüßt den Weihnachtsmann

Schlitten, Lichter, Farbenpracht: Mancherorts bricht die Weihnachtsdeko mit aller Macht aus. Da werden Hausfassaden je nach Geschmacksrichtung zum Schmuckkästchen oder zum Horrorbild. Der Vorgarten wird zart beglänzt oder zum Lichtermeer. Bei der Festgestaltung haben Mieter und Wohnungseigentümer aber nicht völlig freie Hand.

Am Weihnachtsbaume die Lichter prangen - und auch im Garten und am Haus: Wenn Weihnachten naht, ranken sich Lichterketten um Balkonbrüstungen, an den Fenstern blinkt es bunt und die Tanne im Vorgarten bekommt ein leuchtendes Gewand. Doch was ist überhaupt erlaubt?

Was darf der weihnachtsafine Mieter?

In seiner Wohnung darf der Mieter dekorieren, wie und was er will. Außen gilt das nicht, denn das Gestaltungsrecht des Mieters endet an der Außenfassade.

So darf ein Mieter keinesfalls ungefragt Löcher in die Hauswand bohren, um z. B. einen Plastik-Weihnachtsmann oder sonstige Dekorationsobjekte zu befestigen. Und hat der Mieter den Garten nicht mitgemietet, braucht er die Genehmigung des Vermieters, wenn er den Tannenbaum vor der Tür festlich illuminieren will.

Hauseigentümer hat Verkehrssicherungspflicht

Auch problematisch an Außendekoration: Der Hauseigentümer haftet im eventuellen Schadensfall. Er muss andere vor Gefahren, die von seinem Grundstück ausgehen könnten, bewahren. Es gehört demnach zur Verkehrssicherungspflicht des Hauseigentümers, dass sämtliche Außendekorationen am Mietobjekt sturmsicher befestigt sind.

Stürzende Schlitten

Fallen also Weihnachtsmann oder blinkende Rentierherde bei Wind oder Wetter herunter und verletzen dabei Passanten, so haftet der Vermieter dafür. Im Gegenzug kann der Hauseigentümer von seinem Mieter die Entfernung der Weihnachtdekoration verlangen, wenn sie nicht richtig gesichert ist.

Balkondekoration in Maßen

Die Balkonaußenbrüstung darf der Mieter nur behutsam und im üblichen Rahmen dekorieren. Mehr Freiheit genießt er beim Geländer: Übliche Weihnachtsdekoration wie Tannengirlanden oder Lichterketten sind hier erlaubt, auch ohne vorherige Erlaubnis des Vermieters.

Funkelalarm: Wenn es zu viel blinkt und leuchtet...

An rechtliche Grenzen stößt die Liebe zu bunten Sternen und Lichtern aber dann, wenn die Festbeleuchtung zum Beispiel das Schlafzimmer des Nachbarn in grelle Farben taucht. Dann kann der Nachbar Unterlassung verlangen. Ein geplagter Mieter kann dann zudem die Miete mindern.

Grenzen auch im Treppenhaus

Auch im Treppenhaus dürfen sich Mieter und Wohnungseigentümer in Weihnachtsstimmung nicht unbegrenzt austoben: Während ein bunter Adventskranz an der Außenseite der Wohnungstür noch zulässig ist (LG Düsseldorf, Beschluss v. 10.10.1989, 25 T 500/89), geht das Versprühen weihnachtlicher Düfte im Treppenhaus zu weit (OLG Düsseldorf, Beschluss v. 16.5.2003, I-3 Wx 98/03).

Nase voll?

Zündet sich ein Mieter oder Wohnungseigentümer hingegen in der Wohnung Räucherkerzen oder Duftlampen an, werden das die anderen Hausbewohner, zu denen der Duft hinüberzieht, in der Regel hinnehmen müssen.

Schlagworte zum Thema:  Mietvertrag

Aktuell

Meistgelesen