13.04.2010 | Mietrecht

Vermietung an Angehörige: Miete nicht unter 56 % der Ortsüblichkeit

Bei Vermietung an Angehörige ist das Finanzamt hellhörig, wenn eine niedrige Miete verlangt wird. Mindestens 56 % der ortsüblichen Miete sollte die monatliche Miete betragen. Wird diese Grenze unterschritten, wird der Werbungskostenabzug für die vermietete Immobilie anteilig gestrichen.

Grund für billige Vermietung ist unerheblich

Die Richter des Finanzgerichts Hessen führten aus, dass der Grund für eine zu billige Vermietung nicht interessiert. Das Finanzamt hat lediglich die ortsübliche Miete zu ermitteln und zu berechnen, wie viel Prozent die tatsächlich vereinbarte Miete darunter liegt. In Höhe dieses Prozentsatzes kippt der Werbungskostenabzug.

 

Selbst nicht reparierter Wasserschaden ändert nichts

Die Kläger wollten in dem Streitfall nachweisen, warum die Miete so vereinbart wurde. Doch das Finanzamt interessierte es nicht, dass die Miete wegen eines nicht reparierten Wasserschadens so niedrig war.

 

(FG Hessen, Urteil v. 17.11.2009, 5 K 3027/07).

 

Praxishinweis: Vermietung an Angehörige

Bei Vermietung an nahe Angehörige sollte die Miete mindestens 56 % der üblichen Miete betragen.

Bei einer hohen Zinsbelastung oder hohen Renovierungskosten, geht das Finanzamt noch einen Schritt weiter:

  • Dann muss die Miete mindestens 75 % der ortsüblichen Miete betragen
  • und es muss innerhalb der nächsten 30 Jahre mit einem Vermietungsplus zu rechnen sein.

Ist das nach der Prognose nicht der Fall, kippt der Werbungskostenabzug anteilig.

 

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