14.03.2012 | Miete

Vergleichswohnungen müssen ähnliche Größe haben

Bild: Haufe Online Redaktion

Begründet der Vermieter eine Mieterhöhung durch Nennung von Vergleichswohnungen, muss deren Wohnfläche ungefähr der Fläche der Wohnung entsprechen, deren Miete erhöht werden soll.

Hintergrund

Die Vermieterin einer Wohnung verlangt von den Mietern, einer Mieterhöhung zuzustimmen. Die Wohnung hat eine Wohnfläche von 129 Quadratmetern.

Zur Begründung der Mieterhöhung hat die Vermieterin drei Vergleichswohnungen benannt, die alle im gleichen Anwesen liegen. Eine der Wohnungen hat ebenfalls eine Wohnfläche von 129 Quadratmetern, die beiden anderen sind 70 bzw. 77 Quadratmeter groß.

Entscheidung

Die Mieter mussten dem Mieterhöhungsverlangen nicht zustimmen, weil dieses nicht ordnungsgemäß begründet war.

Die Vermieterin hat zwar drei Vergleichswohnungen genant. Allerdings müssen die Vergleichwohnungen mit der Wohnung, deren Miete erhöht werden soll, zumindest ungefähr vergleichbar sein. Hieran fehlt es, denn zwei der drei genannten Wohnungen haben eine deutlich geringere Wohnfläche.

Zwar kann von einem Vermieter nicht verlangt werden, dass er Vergleichswohnungen mit exakt gleicher Größe benennt. Die Wohnungen müssen vielmehr lediglich vergleichbar sein. Bei erheblichen Abweichungen der Wohnfläche kommt jedoch eine Vergleichbarkeit nicht in Betracht. Die Rechtssprechung hat insoweit keine festen Grenzen entwickelt. Eine prozentuale Abweichung von 40 bzw. 47 Prozent wie hier ist so erheblich, dass die Vergleichbarkeit nicht gegeben ist.

(AG Kandel, Urteil v. 31.10.2011, 1 C 301/11)

Schlagworte zum Thema:  Mieterhöhung

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