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Renovierung und anschließende Selbstnutzung: Vermietungsverluste abziehbar?

Renoviert ein Vermieter eine bisher vermietete Wohnung und zieht im Anschluss an die Renovierungsarbeiten selbst ein, steht der Werbungskostenabzug auf der Kippe. Der Abzug kommt nur dann in Betracht, wenn für die Zeit der Renovierung noch eine Vermietungsabsicht nachgewiesen werden kann.

In dem Streitfall ging es um einen Steuerzahler, der eine bisher vermietete Immobilie aufwändig renovieren ließ. Kosten 100.000 Euro. Nach der Renovierung zog er erst selbst ein. Die Kosten für die Renovierung machte er dennoch als Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung geltend.

Das rief natürlich das Finanzamt auf den Plan. Die Werbungskosten wurde nicht anerkannt. Die Richter des Finanzgerichts Hamburg gewährten den Werbungskostenabzug dagegen, weil der Steuerzahler die Vermietungsabsicht bis zur Beendigung der Renovierungsarbeiten anhand folgender Nachweise belegen konnte:

  • Er hatte einen Makler beauftragt, der nach Mietern suchen sollte.
  • Er setzte Anzeigen im Mietteil einer Tageszeitung.
  • Vor seinem Haus brachte er ein gut sichtbares Schild „Zu vermieten“ an.

(FG Hamburg, Urteil v. 15.6.2011, 1 K 14/10).

Praxishinweis: Zieht man nach der Renovierung einer bisher vermieteten Immobilie selbst ein, sollten zusätzliche Unterlagen dazu aufbewahrt werden, welche Interessenten die Wohnung besichtigt haben (Namen, Anschrift) und welche Gründe dazu führen, dass die Immobilie letztlich nicht vermietet werden konnte.

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