| Mietrecht

Mieter kann keinen Zugang zu Zählern verlangen

Vertrauen ist gut, Kontrolle besser - doch nicht immer besteht ein entsprechender Anspruch: Der Mieter einer Wohnung hat keinen Anspruch gegen den Vermieter, dass ihm dieser Zugang zu den Messeinrichtungen gewährt, um sie selbst ablesen zu können.

Keinen Zugang zum Wasserzähler

Die Vermieterin einer Wohnung macht gegen die Mieter eine Mieterhöhung wegen Modernisierung gemäß § 559 ff. BGB geltend. Hiergegen wenden die Mieter u. a. ein, sie hätten keinen Zugang zum Wasserzähler, weil sich dieser auf dem Nachbargrundstück befinde. Deshalb müssten sie die erhöhte Miete nicht zahlen.

Das AG Kehl gibt der Vermieterin Recht. Den Mietern steht kein Zurückbehaltungsrecht deshalb zu, weil sie zum Wasserzähler keinen Zugang haben.

 

Abrechnungsunterlagen einzusehen: ja! Messwerte selbst ablesen: Nein!

Die Mieter haben keinen Anspruch darauf, dass sie ungehindert an den Wasserzählerkann, der sich nicht in ihren eigenen Mieträumen befindet, um ablesen können.

  • Ein Mieter ist zwar berechtigt, die abgerechneten Betriebskosten zu prüfen.
  • Das Prüfungsrecht ermöglicht es dem Mieter aber nur, die Abrechnungsunterlagen einzusehen.
  • Hingegen muss der Vermieter dem Mieter nicht ermöglichen, die Messwerte selbst abzulesen.

Der Mieter ist ausreichend dadurch geschützt, dass der Vermieter darlegen und beweisen muss dass die Messwerte korrekt sind.

(AG Kehl, Urteil v. 23.9.2011, 3 C 20/10).

 

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