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Unfall mit „Strandsegelwagen“: wer haftet wie?

Soweit bei einer Vorbereitungsfahrt für eine Strandsegelregatta ein unbeteiligter Strandnutzer/Urlauber durch ein vorbeifahrenden Strandsegler verletzt wird, besteht eine Haftung des Strandseglers neben dem die Regatta ausrichtenden Verein.

Zudem kann unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherungspflichtverletzung auch eine Haftung der das Gelände zur Verfügung stellenden Gemeinde in Betracht kommen.

 

Der Fall

Ein Strandnutzer wurde durch ein vorbeifahrendes Strandsegler-Fahrzeug im Kniebereich schwer verletzt. Die Gemeinde hatte entsprechend dem Vertrag zur Überlassung der Strandflächegegenüber dem Verein lediglich einen ca. 100 Meter landeinwärts von der Unfallstelle vorgesehenes Warnschild aufgestellt.

Das Urteil

Das OLG verurteilte den eigentlichen Unfallverursacher, einen mit Pilotenschein aktiven Sportler und Nichtmitglied des Vereins, zum Schadensersatz.

Begründung: Fußgänger/Strandnutzer genießen Vorrang gegenüber Strandseglern .

Mitverurteilt wurde auch der Verein als Veranstalter sowie die Gemeinde als Strandeigentümer. Der Vorwurf: die Trainings- oder auch spätere Regattastrecke war nicht hinreichend optisch erkennbar abgegrenzt. Die Gemeinde wurde auch deshalb in die Haftung mit einbezogen, da sie die ihr sonst auch obliegende Verkehrssicherungspflicht nicht auf den beklagten Verein zutreffend abwälzen konnte, auch wegen des Vorwurfs einer Verletzung von Kontroll- und Überwachungspflichten.

(Schleswig-Holsteinisches OLG, Urteil v. 23.2.2011, 7 U 106/09)

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