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Traumatisierung: Vorsicht vor Spielen im Zeltlager!

Ein siebenjähriger Junge nahm mit seinem Vater an einem Zeltlager teil. Während eines Spiels kam es zu einem folgenschweren Zwischenfall: Während der Aufführung war der Vater des Jungen von einem Mädchen mittels einer „Fingerpistole“ erschossen worden. Der Junge nahm das sehr Ernst und die Eltern klagten wegen Traumatisierung.

Die Eltern behaupteten, dass der Junge durch dieses Erlebnis ein schweres Trauma erlitten habe und klagen gegen den Veranstalter auf Zahlung eines Schmerzensgeldes.

Alle Instanzen lehnten einen Schmerzensgeldanspruch des Klägers mangels Vorhersehbarkeit der behaupteten Traumatisierung und damit ein Verschulden des Veranstalters ab. Bei einem Jungen in diesem Alter könne man davon ausgehen, dass dieser zwischen Spiel und Realität unterscheiden kann.

Deshalb habe der Veranstalter des Zeltlagers auch nicht damit rechen müssen, dass ein kindlicher Teilnehmer dieses Lagers posttraumatische Störungen erleidet, wenn ein anderes Kind seinen Vater mit dem Finger und einem ausgesprochenen „Peng“ „erschießt“.

(OLG Bamberg, Beschluss v. 5.1.2011, 5 U 159/10).

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