| Schadensrecht

Bahn muss für Schramme am Bentley zahlen

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Deutsche Bahn muss einem Kölner Rentner für die Schramme an seinem Oldtimer-Auto 1.140 Euro zahlen. Das entschied das Landgericht Dortmund, zwei Jahre nachdem der Bentley beim Rangieren auf einem Bahn-Waggon Schaden genommen hatte.

Der Rentner hatte sich von einem Bahn-Mitarbeiter unterschreiben lassen, dass der Schaden an seinem Bentley wegen eines Fehlers beim Einweisen entstanden sei. Die DB Autozug hatte sich zunächst gegen die Zahlung gewehrt, zog jetzt aber die Berufung gegen ein erstinstanzliches Urteil zurück.


Einweiser handelt nicht auf eigenes Risiko

Die Argumentation der DB Autozug, die Einweiser auf den Waggons handelten sozusagen auf eigenes Risiko, stieß bei den Richtern auf Unverständnis. Darauf könne sich die Bahn nicht zurückziehen, hieß es in der Verhandlung. Andernfalls würde sich kaum ein Einweiser mehr trauen, seine Arbeit zu machen. Gleichzeitig würde wohl auch kein Kunde mehr auf das hören, was ihm der Einweiser auftrage. «Und wenn jeder Autofahrer vor der Fahrt erst einmal ausführlich mit dem Personal diskutiert, bekommt die Bahn sicher noch größere Probleme mit dem Fahrplan, als sie ohnehin schon hat», sagte der Vorsitzende Richter Edmund Brahm in der Verhandlung.
Der Rentner war im Sommer 2010 beim Rangieren auf dem Zug in Österreich an eine nicht richtig herunter gelassene Begrenzungsbake geraten. Die Kosten für die Reparatur des Blechschadens habe er schon vor Monaten vorgestreckt, sagte er in der Verhandlung: «Kein Oldtimer-Fan fährt lange mit einer Beule im Heck herum.»

(LG Dortmund v. 26.7.2012, 11 S 93/12)

Schlagworte zum Thema:  Schaden, Beweislast

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