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Rauchen im Bett schadet Ihrer Gesundheit und Ihrem Versicherungsschutz

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wer einen Brand zu löschen versucht, aber nicht sicherstellt, dass das Feuer wirklich aus ist, handelt grob fahrlässig. Die Versicherung kann abwinken und der Versicherte auf seinem Schaden sitzen bleiben.

Rauchen gefährdet die körperliche Unversehrtheit. Und wer im Bett raucht, setzt auch noch die Unversehrtheit seines Hausrats aufs Spiel. Das musste eine Frau erkennen, die sich mit einer brennenden Zigarette ins Bett gelegt hatte und eingeschlafen war. Als sie nachts aufwachte, bemerkte sie, dass die glimmende Zigarette einen Schmorbrand der Matratze verursacht hatte. Bis dahin hielt sich der Schaden noch in Grenzen.

Cola kein geeigneter Brandlöscher

Die Frau versuchte, den Brand mit Cola zu löschen. Als dies nicht funktionierte, deponierte sie die Matratze kurzerhand in der Badewanne und legte sich wieder schlafen. Gefahr erkannt, aber nicht gebannt, lässt sich das Ergebnis dieser Handlung zusammenfassen. Die Matratze schmorte in der Badewanne weiter und verursachte sechs Stunden später einen Brand im Wohnhaus mit einem Zeitwertschaden von knapp 37.000 Euro.

Grob fahrlässig oder nicht?

Die klagende Hausratsversicherung machte gegen die beklagte Frau einen Schadenersatzanspruch geltend. Begründung: Die Frau habe den Brand grob fahrlässig verursacht. Die beklagte Frau hatte beantragt, die Klage abzuweisen. Ihre Argumentation: Dadurch, dass sie versucht habe, den Brand zu löschen und da sie die glimmende Matratze auch noch in der Badewanne abgelegt habe, könne ihr keine grobe Fahrlässigkeit unterstellt werden. Zumal das Feuer erst sechs Stunden nach der Badewannen-Aktion ausgebrochen sei.

Rauchen im Bett: Ein Risiko per se

Das Hanseatische OLG in Bremen folgte dieser Argumentation nicht. Der Vorwurf der groben Fahrlässigkeit beruhe in diesem Fall darauf, dass jemand, der sich rauchend zu Bett begibt, um zu schlafen, damit rechnen muss, mit brennender Zigarette einzuschlafen.

Die Frau übersehe bei ihrer Argumentation, dass ihre grob fahrlässige Brandverursachung durch das Einschlafen mit der brennenden Zigarette im Bett fortgewirkt habe und weiterhin ursächlich für den Brand gewesen sei. Auch sei der zurechenbare Kausalverlauf nicht unterbrochen worden. Denn auch für den Ausbruch des Brandes in der Badewanne ist das Inbrandsetzen der Matratze durch die Zigarette ursächlich geblieben.

Misslungener Löschversuch schützt nicht vor Fahrlässigkeit

Dass die Frau versucht hat, den Brand mit Cola zu löschen, ändert daran nichts. Vielmehr könne die Tatsache, dass die Frau nicht gemerkt hat, dass ihr Löschversuch fehlgeschlagen ist, eventuell neue Fahrlässigkeitsvorwürfe rechtfertigen, so das Gericht.

Fazit: Der Hausratversicherung steht der geltend gemachte Schadenersatzanspruch zu (§ 86 Abs. 1 VVG i.V.m. § 823 Abs. 1 BGB). Die Frau bleibt auf ihrem Schaden sitzen.

(Hanseatisches OLG in Bremen, Beschluss v, 01.02.2012, 3 U 53/11)

Schlagworte zum Thema:  Hausratversicherung, Brand, Feuer, Grobe Fahrlässigkeit

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