25.07.2011 | allg. Zivilrecht

Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit: Sturz auf dem Weg in die Raucherecke

Zwangsentwöhnung? Wer auch noch in der Reha-Klinik seinem ungesunden Hobby frönt, lebt gefährlich. Ein Patient hatte sich, auf Krücken unterwegs zur Raucherecke, behindert durch ungeräumten Schnee, bei einem Sturz verletzt. Auch weil er die Höhe des Schneebelags auf dem Weg nicht nachweisen konnte, blieb die Schadensersatzklage erfolglos.

Pech im Unglück - beim Humpeln zur Reha-Klinik-Raucherecke gestürzt

Wenn schon, dann richtig. Unter diesem Unglücksstern stand wohl ein Kläger, der Anfang 2010 nach einer Fersenbein-Operation sieben Wochen in einer Rehabilitationsklinik, verbringen musste. In deren Räumen herrschte Rauchverbot. Als er sich mit Krücken durch den Schnee auf den Weg zur Raucherecke aufmachte, schlug es ihn hin.

 

Gehbehinderte Patienten zum Tabakgenuss aus dem Haus geschickt

  • Bei etwa fünf bis acht Zentimetern Schnee habe es ihm die Krücken weggezogen und er habe bei dem Sturz einen Riss der Achillessehne erlitten, erklärte der Kläger.
  • Es sei mit einem Dauerschaden sei zu rechnen. Die Klinik mute ihren Patienten zu, zum Rauchen das Haus zu verlassen.

Damit habe sie die Pflicht, für einen gefahrlosen Weg zum Rauchertreff zu sorgen.

 

Kein Schadenersatz

Der Kläger scheiterte nicht nur mit seinem Gang in die Raucherecke, sondern auch mit seiner Klage gegen die Reha-Einrichtung vor dem OLG München. Er konnte einen Verstoß der Klinik gegen ihre Verkehrssicherungspflicht nicht nachweisen.

  • Wenn die Klinik gehbehinderte Patienten zum Tabakgenuss aus dem Haus schicke, habe sie «möglicherweise» eine Räumpflicht,
  • denn ein Klinikaufenthalt könne nicht dazu dienen, jemandem das Rauchen abzugewöhnen.
  • Andererseits müsse ein auf Krücken angewiesener Patient «vielleicht» auf den blauen Dunst verzichten, wenn er draußen Schnee sehe.

In dem Fall widersprachen sich die Aussagen des Klägers und der Zeugen über den Zustand des Weges. Eine Zeugin beurteilte den Weg als «höchstens überzuckert». Dadurch konnte der Kläger eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht nicht hinlänglich nachweisen, um eine Schadensersatzforderung durchzusetzen.

(OLG München, Urteil v. 22.7.2010, 1 U 1393/11).

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