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Radfahrer darf Zebrastreifen nicht fahrend überqueren – bei Unfall mindestens hälftiges Mitverschuld

Ein Radfahrer ist beim Überqueren eines Zebrastreifens nicht vom Schutzbereich eines Fußgängers umfasst. Er muss deshalb absteigen und das Fahrrad schieben, wenn er den Fußgängerüberweg benutzen möchte.

Das Schöne am Fahradfahren ist für viele überzeugte Radler die Vielseitigkeit dieses Verkehrsmittels. Es erlaubt, je nach Kondition und Rechtstreue des Fahrers eine zwanglose Anpassung an die jeweils verkehrstechnisch günstigste Fortbewegungart erlaubt.

Eine Metamorphose vom Fußgänger zum Radler, zum Kfz bis fast zur Rakete macht so mancher Fahrer je nach Situation und Zeitdruck immer wieder und in alle Richtungen gerne durch. Allerdings sollte er sich dabei darüber im Klaren sein, dass sein Versicherungschutz nicht ähnlich flexibel ist. Das zeigt der folgende Fall:

 

Über den Zebrastreifen gerauscht

Die Beklagte fuhr mit ihrem PKW stadtauswärts, während die Klägerin auf dem Radweg stadteinwärts fuhr. An einem vor einer Straßeneinmündung befindlichen Fußgängerüberweg wechselte sie die Straßenseite und wurde dabei von dem PKW leicht erfasst.

 

Zebrastreifen ist den Fußgängern vorbehalten

Das Gericht wies in seinem Urteil darauf hin, dass derjenige, der den Fußgängerüberweg radfahrenderweise überquert, vom Schutzbereich der Fußgänger nicht erfasst sei.

  • Bei diesem Verhalten sei daher von einer erheblichen Mitschuld auszugehen.
  • Es kann aber auch eine Alleinschuld des Radfahrers gegeben sein, wenn dieser plötzlich und unvorhersehbar auf den Zebrastreifen einschwenkt und der Unfall für den PKW-Fahrer unvermeidbar war.

 

Radfahrer haben auf Zebrastreifen im Gegensatz zu Fußgängern gegenüber Autos keinen Vorrang

Grundsätzlich müssen daher Radfahrer absteigen, wenn sie einen Zebrastreifen benutzen wollen. Tun sie dies nicht, haben sie unabhängig von ihrer Fahrtgeschwindigkeit gegenüber den Autofahrern keinen Vorrang, sondern sind ihnen gegenüber wartepflichtig.

(LG Frankenthal (Pfalz), Urteil v. 24.11.2010, 2 S 193/10).

Haufe Online Redaktion

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