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Organspende: Bald verbesserte Absicherung für Lebendspender

Tausende Menschen warten in Deutschland auf Spenderorgane. Treten bei einer Lebendspende Komplikationen auf, müssen sich die Spender oft mit den Kassen um Kostenübernahmen streiten. Auch das soll im Zuge der neuregelung des Themas ein Ende haben.

Die Bundesregierung will Menschen, die sich zu einer Lebendspende entschließen, rechtlich und finanziell besser absichern. Das Gesundheitsministerium bestätigte, dass geplant sei, Lebendspendern einen Rechtsanspruch auf eine umfassende Absicherung zukommen zu lassen, wenn zum Beispiel die zweite Niere nach einer Nierenspende versagt. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte am 21.1.22012 in Berlin, ihm sei wichtig, dass die Möglichkeiten für Lebendspenden von Organen verbessert würden.

 

Bessere finanzielle Leistungen für Lebendspender

Nach Zeitungsberichten streiten Unfallversicherung und Krankenversicherung oft über die Kosten, wenn etwa die zweite Niere nach einer Spende ausfällt. Künftig soll es einen Rechtsanspruch auf Entgeltfortzahlung für die ersten 6 Wochen nach der Operation geben. Hinzu kommt die Anhebung des nach 6 Wochen zu zahlenden Krankengeldes durch die Krankenkasse. Es soll für Organspender von 90 auf 100 % des Nettoeinkommens angehoben und unbefristet gezahlt werden, bis der Spender wieder vollkommen gesund ist.

 

Spätfolgen sollen abgesichert werden

Unfallversicherer sollen verpflichtet werden, für die Spätfolgen einer Lebendspende - Behandlungskosten und Reha - aufzukommen. Es sei denn, sie können beweisen, dass die Komplikationen nichts mit der Transplantation zu tun haben. Diese Beweislast-Umkehr soll dem Spender aufreibende Rechtsstreitigkeiten ersparen.

 

Transplantationsgesetz soll ergänzt werden

Bahr sagte: "Die Menschen, die sich zur Lebendspende entschließen, müssen von der Solidargemeinschaft abgesichert sein und verdienen unsere volle Unterstützung." Die Pläne könnten in die ohnehin anstehende Novellierung des Transplantationsgesetzes aufgenommen werden. "So verlieren wir keine weitere Zeit." Bahr erinnerte daran, dass in Deutschland Tausende Menschen auf Spenderorgane warten. Jeder Lebendspender sei ein Lebensretter.

 

Historie des Transpalantationsgesetztes

Ein Entwurf zur Änderung des Transplantationsgesetzes war im Sommer 2011 vom Kabinett beschlossen worden. Für die erste Lesung im Bundestag gibt es noch keinen Termin. In dem Entwurf geht es vor allem um eine Anpassung an das EU-Recht - so müssen Krankenhäuser, die Organe entnehmen, Transplantationsbeauftragte einsetzen.

Per Antrag können die Bundestagsfraktionen Gesetzentwürfe, die schon in der Beratung sind, ändern. Das Gesundheitsministerium habe Formulierungshilfen für die geplanten Änderungsanträge der Fraktionen gegeben, hieß es.

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