21.01.2013 | Top-Thema Neuere Entwicklungen beim Schmerzensgeld

Einzelfälle

Kapitel
Falsche Behandlung
Bild: Haufe Online Redaktion

Jeder Fall unterscheidet sich nach Schwere, Verschulden und Betroffenem. Entscheidungen können daher, auch bei ähnlichen Verletzungen, nur Anhaltspunkte geben.

Wundspülung mit gewöhnlichem Putzmittel: Ein Arzt hatte die offene Wunde einer entzündeten weiblichen Brust versehentlich mit einem für Küchenflächen vorgesehen Putzmittel gespült und hierdurch erhebliche, sich über die Dauer von mehr als einem halben Jahr hinziehende Heilungskomplikationen verursacht. Das OLG sah in diesem Fall ein Schmerzensgeld in Höhe von 7.000 EUR als angemessen an (OLG Köln, Urteil v. 27.6.2012, 5 U 38/10).

Hautsäcke nach der Fettabsaugung: Die Anspruchstellerin ließ sich in einer Klinik für ästhetische, kosmetische und plastische Chirurgie mehrfach Fett aus dem Unterbauch und aus den Beinen absaugen. Sie klagte anschließend über bleibende Entstellungen durch verdellte Oberschenkel und sichtbare Hautauswölbungen. Über die auch bei einem de lege artis durchgeführten Eingriff möglichen Folgen, hatte der behandelnde Arzt die Patientin nicht hinreichend aufgeklärt. An die Aufklärungspflicht sind nach gefestigter Rechtsprechung umso höhere Anforderungen zu stellen, je mehr ein Eingriff nicht medizinisch indiziert ist, sondern aus kosmetischen Gründen vorgenommen wird. Die Aufklärung darf auch nicht erst am Tag der Operation sondern muss spätestens am Vortag zu erfolgen. Wegen einer Verletzung dieser Pflichten sprach der Senat der Patientin ein Schmerzensgeld in Höhe von 7.000 EUR zu (OLG Zweibrücken, Urteil v. 28.2.2012, 5 U 8/08).

Schlagworte zum Thema:  Arzthaftung, Aufklärungspflicht, Schmerzensgeld, Schuldrecht

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