21.01.2013 | Top-Thema Neuere Entwicklungen beim Schmerzensgeld

Blick auf Europa

Kapitel
Unterschiedliche Regelungen in Europa
Bild: Silke Thole

Im europäischen Vergleich ist Deutschland bei der Zuerkennung von Schmerzensgeldbeträgen nicht im oberen Bereich positioniert. Ein unmittelbarer Vergleich ist allerdings schwierig, weil die Praxis in den Mitgliedsstaaten erheblich voneinander abweicht. Den meisten Mitgliedstaaten ist jedoch die deutsche Scheu fremd, den Ausgleich immaterieller Schäden in Geld für inadäquat zu halten.

Natürlich kann der Verlust eines Kindes nicht in Geld aufgewogen werden. Dennoch kennen sämtliche Staaten des romanischen Rechtskreises und des „common law“ einen eigenen Schmerzensgeldanspruch für Angehörige.

Am weitesten gehen dabei Frankreich, Belgien und Luxemburg, die einen solchen Anspruch nicht nur bei Tod des Angehörigen sondern auch für das Mitleiden der Eltern bei starken Schmerzen z.B. des Kindes anerkennen.

In Frankreich und Spanien existieren darüber hinaus staatliche Punktetabellen, denen Sachverständige den Grad von Schmerzen zuordnen können und die tendenziell höhere Schmerzensgeldbeträge als in Deutschland vorsehen. Dies gilt nicht zuletzt auch für das Erleiden geringfügiger Schmerzen. In der Politik wird die Notwendigkeit einer Rechtsangleichung gesehen. Geschehen ist bisher wenig.

Auf Dauer ist es aber nicht hinnehmbar, dass bei einem im Straßenverkehr in Straßburg zu Tode gekommenen Kind den Angehörigen erhebliche Ansprüche zustehen, während der gleiche Vorfall wenige Meter weiter auf der deutschen Seite keine Ansprüche auf Zahlung von Schmerzensgeld auslöst.

Schlagworte zum Thema:  Schmerzensgeld, Schuldrecht

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