21.01.2013 | Top-Thema Neuere Entwicklungen beim Schmerzensgeld

Bemessung des Schmerzensgeld

Kapitel
Vorsicht bei Schmerzensgeldtabellen
Bild: Haufe Online Redaktion

Zur Höhe des Schmerzensgeldanspruches in einzelnen Fällen hat sich eine fast unübersehbare Rechtsprechung entwickelt. Dabei wird die Höhe des jeweiligen Schmerzensgeldanspruchs getrennt nach der Verletzung diverser Körperteile inzwischen in Schmerzensgeldtabellen aufgelistet.

Die bekanntesten sind die vom ADAC herausgegebene Tabelle Hacks Ring Böhm, die Beck`sche Tabelle und die Tabelle Jaeger/Luckey. Diese Tabellen sind einerseits sehr hilfreich für die praktische Bezifferung eines Schmerzensgeldbetrages.

Andererseits sind die Tabellen mit Vorsicht zu verwenden, da das Schmerzensgeld nie pauschal, sondern immer nach den individuellen Umständen des Einzelfalls zu berechnen ist.

Dies folgt aus den unterschiedlichen Funktionen des Schmerzensgeldes, die bei gleichen Verletzungsformen beispielsweise einem vorsätzlich handelnden Straftäter ein höheres Schmerzensgeld abverlangen als einem unabsichtlich, mit nur leichter Fahrlässigkeit handelnden Verursacher.

Maßgebliche Faktoren

Folgende Faktoren sind nach der Rechtsprechung für die Höhe des Schmerzensgeldes bestimmend:

  • Die Art der Verletzung
  • Die Dauer der Verletzungsfolgen (Krankenhausaufenthalt)
  • Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit
  • Den Verschuldensgrad
  • Die wirtschaftliche Situation des Geschädigten und des Schädigers
  • Das Verhalten des Schädigers nach der Schadenszufügung

Wichtig: Seit der Neuregelung in § 253 BGB ist der Schmerzensgeldanspruch auch vererblich.

Schlagworte zum Thema:  Schmerzensgeld, Schuldrecht

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