| allg. Zivilrecht

LSG-Urteil zu anthroposophischer Alternativmedizin: Rhythmische Massage ist keine Kassenleist

Krankenkassen müssen nach einem LAG-Urteil nicht alle Behandlungen der anthroposophischen Alternativmedizin bezahlen. Behandlungsanspruch besteht für gesetzlich Versicherter erst, wenn vom Gemeinsamen Bundesausschuss eine positive Bewertung vorliegt.

Rhythmische Massage aus der Anthroposophischen Medizin ist ein "neues" Heilmittel i.S.d. § 138 SGB V. Es besteht darauf daher erst ein Behandlungsanspruch gesetzlich Versicherter, wenn es von dem Gemeinsamen Bundesausschuss in Form einer Richtlinie nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 SGB V positiv bewertet worden ist.

Das Hessische LSG lehnte deshalb die Klage einer 77-jährigen Versicherten ab, die die Kosten für eine rhythmische Massage erstattet haben wollte.

 

Behandlungsmethode wurde noch nicht bewertet

Der Gemeinsame Bundesausschuss habe "diese Behandlungsmethode weder anerkannt, noch habe er sich mit diesem Heilmittel befasst". Alternative Methoden seien nicht automatisch ohne jegliche Prüfung ihres Nutzens und ihrer Wirtschaftlichkeit von den Krankenkassen zu bezahlen.

 

Andere Heilmittel für das Krankheitsbild

Es gibt zahlreiche Heilmittel der physikalischen Therapie, die zu den Kassenleistungen zählen, wie z.B. klassische Massagen oder Krankengymnastik. Diese stünden für Krankheitsbilder, die mit der rhythmischen Massage behandelt würden, zur Verfügung.

 

Nutzen- und Wirtschaftlichkeitsprüfung erforderlich

Behandlungsmethoden, Arznei- und Heilmittel der „besonderen Therapierichtungen“ (von der Schulmedizin abgrenzt) sind aus dem Leistungskatalog der GKV nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Diese Mittel sind umgekehrt aber auch nicht ohne Nutzen- und Wirtschaftlichkeitsprüfung durch die Krankenkassen zu bezahlen.

(Hessische LSG, Urteil v. 24.11.2011, L 8 KR 93/10; rechtskräftig, Revision wurde nicht zugelassen).

Aktuell

Meistgelesen