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LSG: Trotz schwerer Folgen - keine Opferentschädigung nach selbst begonnener Schlägerei

Bild: Haufe Online Redaktion

Merke: Wer erst zuschlägt, dem glaubt man nicht, dass er am Ende Opfer ist. Wer eine Schlägerei beginnt, hat für die Verletzungen keinen Anspruch auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz. Das gilt auch, wenn er mit der Auswahl seines Gegners eine unglückliche Hand hat und auf einen Kampfsportler trifft, der danach das Weite sucht.

Das "Aus" in Sachen Opferentschädigung nach selbst eingeleiteter Prügelei stammt vom LSG Essen.

 

Stress in und vor der Disco

Nach Angaben des Gerichts begann der Kläger selbst eine Schlägerei mit einem amerikanischen Soldaten vor einer Diskothek in Duisburg.

Zuvor war es schon in der Disco zu Rangeleien zwischen den beiden gekommen.

 

Wer angreift muss mit Folgen rechnen

Der Kläger habe sich selbst leichtfertig in Gefahr gebracht und grob fahrlässig gehandelt, argumentierte das Gericht. Er habe mit schweren Verletzungen rechnen müssen, jetzt muss er sie auch allein tragen. Allerdings hatte er auch Pech mit der Auswahl seines Gegenüber...

 

Äußerst brutale Gewaltattacke

Der "äußerst aggressive" Soldat soll den Kläger innerhalb kurzer Zeit bewusstlos geschlagen und dann mehrfach mit dem Fuß gegen seinen Kopf getreten haben. Gebaut wie der Boxer Mike Tyson und dazu geübter Kampfsportler habe der Soldat mit dem Ziel zu töten zugeschlagen, so ein Gerichtssprecher.

Der Kläger erlitt einen Schädelbruch und überlebte die Schlägerei nur knapp. Der Soldat floh nach der Tat in die Vereinigten Staaten. Ein weiterer Beteiligter wurde zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt.

(LSG Essen, Urteil v. 17.2.2012, L 13 VG 68/11).

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