12.07.2011 | allg. Zivilrecht

LG-Urteil: Schlaganfall 14 Stunden unbemerkt - Pflegepersonal muss Patienten im Blick haben

Erscheint ein Patient einer Reha-Einrichtung weder zum Essen noch zu den verabredeten Therapieterminen, gebietet die Sorgfaltspflicht, dass die Klinikmitarbeiter beizeiten nach ihm sehen.

Wo ist eigentlich der Patient?

Gehen die Pflegekräfte der Abwesenheit des Patienten nicht auf den Grund, verletzt die Klinik ihre Sorgfaltspflicht, woraus sich ein Schadens- und Schmerzensgeldanspruch des Patienten ergeben kann.

Pflegepersonal muss nach Patienten schauen

In dem Fall hatten Reha-Klinik-Mitarbeiter

  • mehr als 14 Stunden lang nicht nach einem Patienten geschaut,
  • der weder zu den Mahlzeiten noch zu den Behandlungen gekommen war.

Erst abends stellten sie fest, dass er bereits am Morgen einen Schlaganfall erlitten hatte. Die Richter waren der Ansicht, dass die Klinik ihre Angestellten hätte anweisen müssen, Patienten in ihren Zimmern zu suchen, wenn diese ohne erkennbaren Grund und unentschuldigt fehlen.

 

Klinik trägt Verantwortung

Eine solche Klinik sei in besonderem Maße verantwortlich für nicht ganz gesunde Patienten, weil es bei ihnen jederzeit zu ernsthaften Gesundheitsproblemen kommen kann. In einem Grundurteil sprachen die Richter dem Mann einen Schadens- und Schmerzensgeldanspruch zu. Die Höhe wird noch in einem Schlussurteil festgelegt.

(LG Osnabrück, Urteil v. 26.1.2011, 2 O 2278/08).

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