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Kündigung eines Fitness-Vertrages nur bei Vorlage der Krankenakte?

Der Kunde eines Fitnessstudios wollte seinen mit einer Laufzeit von zwei Jahren geschlossenen Vertrag aus wichtigem Grund kündigen. Anlass war eine festgestellte dauerhafte orthopädische Erkrankung, die die Benutzung von Fitnessgeräten verbot. Hatte er Erfolg?

Die Entscheidung

Das Gericht stellte grundsätzlich fest, dass eine dauerhafte orthopädische Erkrankung, welche die Benutzung und das Training an Fitnessgeräten hindert, einen wichtigen Grund zur Kündigung eines – wie hier mit einer Laufzeit von zwei Jahren geschlossenen – Fitnessstudiovertrages darstellt.

Dabei ist der erkrankte Kunde weder verpflichtet, dem Betreiber des Fitnessstudios ein ärztliches Attest vorzulegen, aus dem sich die konkrete Diagnose ergibt, noch muss er ihm Einsicht in die Krankenakte gewähren.

Sollten sich aufgrund der konkreten Umstände des Einzelfalles Hinweise ergeben, dass es sich um ein sog. Gefälligkeitsattest handelt, so wäre lediglich dann eine nähere Darlegung der Krankheit erforderlich.

Fundstelle: LG Arnsberg, Urteil v. 22.12.2010, Az.: 3 S 138/10 

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