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Internetbekanntschaft: Geldstrafe für Erpressung mit sehr persönlichem Video

Ein junger Mann wollte seine Internet-Bekanntschaft, mit der er die Nacht verbracht hatte, mit einem Video erpressen, das er bei dieser Gelegenheit gedreht hatte. Dafür wurde er wegen versuchter Erpressung zu einer Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen verurteilt.

Zwar war die junge Frau unbedacht genug, sich mit einer Internetbekanntschaft zu treffen und ihren neuen Bekannten die - erste und wohl letzte - gemeinsam verbrachte Nacht filmen zu lassen. Als er sie anschließend mit dem Material erpresste, war sie aber clever genug, die Polizei mit zur Geldübergabe zu nehmen.

 

Kurze aber teure Freundschaft

Weil er die junge Frau um 250 Euro erpressen wollte, hat das Amtsgericht Hamburg-Bergedorf einen 25-Jähriger Hobbyfilmer und-erpresser zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt.

Der Richter verhängte eine Strafe von 90 Tagessätzen zu 10 Euro und folgte damit der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Er hatte von der 22-Jährigen nach der Liebesnacht 250 Euro für dabei gemachte Aufnahmen verlangt . Andernfalls werde er das Video im Internet verkaufen.

«Ich bereue, dass ich das gemacht habe. Eigentlich wollte ich sie doch nur wiedertreffen», sagte er vor dem Richter.

Die Erpressung sei für ihn lediglich ein Spaß gewesen. Für die 22-Jährige war es das nicht.

Sie hatte den Mann in einem Internet-Chat kennengelernt. Das Paar traf sich und verbrachte eine Nacht zusammen. Damals hatte die Frau den Videoaufnahmen zugestimmt. «Aber dann schrieb er mir im Chat, er hätte noch die netten Bilder von mir, die ich kaufen könnte»,

 

Schlechter Scherz, schlecht verdaute Abfuhr? 90 Tagessätze

Zum Schein ging die Frau auf das Angebot ein und verabredete sich mit dem Angeklagten zu einer Geldübergabe an einer Tankstelle. Die zuvor verständigte Polizei konnte den Mann dort fassen und das Video sicherstellen.

Der Richter glaubte nicht an einen Scherz: «Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass das eine versuchte Erpressung war», begründete er sein Urteil. Einen Antrag der jungen Frau auf Schmerzensgeld wies er zurück. Nach Auffassung des Staatsanwalts handelte der Angeklagte aus verletzter Ehre, weil ihn die Frau nach der gemeinsamen Nacht abblitzen ließ.

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