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Eintrittskartenverkauf im Internet: Rückgabeausschluss in AGB zulässig?

Wenn ein Veranstalter über das Internet Tickets für Veranstaltungen wie Konzerte und Sportveranstaltungen vertreibt, können die AGB vorsehen, dass gekaufte Tickets grundsätzlich nicht zurückgenommen und abhanden gekommene oder zerstörte Tickets nicht ersetzt oder zurückerstattet werden.

Zulässige Klausel

Die Klausel "Dem Kunden abhanden gekommene oder zerstörte Tickets werden nicht ersetzt oder zurückerstattet" ist nicht unwirksam. Es besteht hier keine Rechtslagendivergenz zum nachteil des Käufers und die Klausel hält einer Inhaltskontrolle stand.

 

Keine unangemessene Benachteiligung eines Käufers

Denn bei nicht personalisierten Eintrittskarten (Tickets) handelt es sich um sog. Inhaberpapiere nach § 807 BGB. Bei abhanden gekommenen Eintrittskarten ist ein gutgläubiger Erwerb möglich.

Der Veranstalter ist daher nur zur Aushändigung der Eintrittskarte an den Käufer verpflichtet und es liegt auch keine unangemessene Benachteiligung eines Kunden/Käufers durch diesen Rücknahmeausschluss vor. Dies gilt selbst für den Fall, dass die Eintrittskarte zerstört oder verloren wird. Damit entfällt ein Anspruch auf Erteilung einer neuen Eintrittskarte wie auch ein Anspruch auf Erstattung des Kaufpreises in derartigen Fällen.

(OLG München, Urteil v. 9.6.2011, 29 U 635/11).

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