26.03.2011 | allg. Zivilrecht

Doppelte Haushaltsführung: Abzug der Reisekosten für umgekehrte Familienheimfahrten möglich?

Liegt bei Anmietung einer Zweitwohnung eine anerkannte doppelte Haushaltsführung vor, erkennt das Finanzamt die Kosten für eine wöchentliche Familienheimfahrt als Werbungskosten an. Doch gilt das auch, wenn die Familie in die Zweitwohnung kommt?

In dem Streitfall vor dem Bundesfinanzhof mietete sich die Ehefrau aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung an. Doch anstatt an den Wochenenden heimzufahren, setzte sich der Ehemann ins Auto und besuchte seine Frau in der Zweitwohnung. Die Richter des Bundesfinanzhofs hatten nun zu entscheiden, ob bei solchen „umkehrten“ Familienheimfahrten die Reisekosten des Ehemanns als Werbungskosten abgezogen werden dürfen.

 

Bei plausiblem Nachweis möglich

Zwar lehnten die Richter den Werbungskostenabzug in dem Streitfall ab, weil die Fahrten des Ehemanns nicht beruflich, sondern rein privat veranlasst waren. Das Urteil macht jedoch Hoffnung. Denn liegen berufliche Gründe dafür vor, dass der Ehegatte die Familienheimfahrt zur Erstwohnung nicht antreten kann, müssten Werbungskosten für die Fahrt zur Zweitwohnung absetzbar sein.

Praxistipp: Ein Werbungskostenabzug bei umgekehrten Familienheimfahrten käme danach wohl in Frage, wenn der Arbeitnehmer beispielsweise am Wochenende Rufbereitschaft hat oder nachweislich auch am Wochenende im Büro arbeiten muss.

(BFH , Urteil v. 2.2.2011, VI R 15/10)

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