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Billig-Silikon: französisches Gericht verurteilt Herstellerversicherer Allianz zu Schadensersatz

Bild: Haufe Online Redaktion

Im Skandal um französische Billig-Brustimplantate gibt es ein Urteil. Die geneppten und gefährdeten Patientinnen müssen die Silikon-Suppe wohl nicht allein "auslöffeln": Ein Gericht in Avignon verurteilte Allianz, als Versicherer des insolventen Herstellers PIP, zu 4.000 EUR Schadensersatz. Dass sich die Versicherung selbst getäuscht sieht, half ihr nicht.

Allianz als Versicherer des insolventen Herrstellers haftet für PIP-Silikonkissen

Der Richter des référés du tribunal d'Avignon gab damit der Klage einer 31-jährigen Betroffenen statt, der ein PIP-Silikonkissen eingepflanzt worden war. Eine Sprecherin der Allianz-Versicherung in Paris wollte die Angaben zum Urteil am 20.1.2012 auf Nachfrage zunächst weder bestätigen noch dementieren.

 

Versicherer haftet trotz laufendem Verfahren wegen Täuschung durch PIP

Nach Ansicht des von AFP zitierten Klägerinnen-Anwalts ist das Urteil gegen den Versicherer der Firma Implant Prothese (PIP) vom 11. 1.2012 richtungweisend.

Der Richter habe sich auch nicht vom Einwand der Versicherung beeindrucken lassen, dass sie in einem laufenden Verfahren wegen vorsätzlicher Täuschung durch die Verantwortlichen bei PIP auf Nichtigkeit des Versicherungsvertrags klage. Er war nach den Angaben im Juli 2010 abgeschlossen worden.

 

Erste Strafanzeige gegen Firmengründer gestellt: vorsätzlichen Lebensgefährdung

Nach den gleichen Angaben ging in Toulon die erste Strafanzeige gegen den Firmengründer sowie Teile von dessen Familie ein. Neben der vorsätzlichen Lebensgefährdung geht es dabei nach Angaben der Agentur auch um den Verdacht der illegalen Bereicherung. Die Anwältin Christine Ravaz wird mit den Worten zitiert: "Wir wollen erfahren, wo das Vermögen des Unternehmens PIP geblieben ist."

Hintergrund: Weltweit sollen rund 500.000 Frauen minderwertige Silikonkissen der französischen Firma Poly Implant Prothèse (PIP) erhalten haben. Deren Silikon kann heraussickern, sich im Körper verteilen und Entzündungen auslösen. Unerwiesen ist, ob dies das Krebsrisiko erhöht.

Schlagworte zum Thema:  Schadensersatz

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