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Betriebsfeiern: Ausnahmen von der 110-EUR-Grenze

Auch bei einer aufwändigen Feier des Firmenjubiläums mit fünfstelliger Teilnehmerzahl ist die Freigrenze von 110 EUR nicht unter Berücksichtigung branchenspezifischer Besonderheiten oder der Bedeutung bzw. Größe des Arbeitgebers zu erhöhen.

Bei Betriebsveranstaltungen kann ein ganz überwiegendes eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers vorliegen, wenn die gewährten Vorteile lediglich notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzung und keine Entlohnung sind.

Die Aufwendungen des Arbeitgebers aus Anlass einer Betriebsveranstaltung erhalten aber beim Überschreiten der Freigrenze von 110 EUR je teilnehmendem Mitarbeiter ein derartiges Eigengewicht, dass sie in vollem Umfang als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu werten sind.

Eine aufwändige Gestaltung und Durchführung der Veranstaltung und der besonders herausgehobene Anlass rechtfertigen keine Ausnahme. Denn innerhalb der laut Finanzgericht großzügig bemessenen Grenze obliegt es dem Arbeitgeber, über den Umfang und die Ausgestaltung der von ihm veranstalteten Feierlichkeiten zu entscheiden. Hat er aus verschiedenen Gründen ein Interesse an einer außergewöhnlichen Feier, dann muss er die hieraus resultierende Lohnbesteuerung in Kauf nehmen.

(FG Düsseldorf, Urteil v. 7.10.2010, 16 K 1294/09 L) gegen das Urteil ist Revision eingelegt worden (BFH, Az. VI R 95/10).

 

 

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