02.08.2010 | Kanzleitipps

Verspätungszuschlag: Wie lange darf das Finanzamt mit der Festsetzung warten?

Egal ob Unternehmer und Privatperson – Steuerzahler, die ihre Steuererklärung trotz Aufforderung des Finanzamts regelmäßig zu spät einreichen, müssen damit rechnen, einen Verspätungszuschlag zahlen zu müssen. Doch selbst wenn in dem Steuerbescheid kein Verspätungszuschlag festgesetzt ist, ist das kein Grund zum Jubeln.

Der Verspätungszuschlag ist ein Druckmittel des Finanzamts, um Steuerzahler zur Pünktlichkeit zu erziehen.

Der Zuschlag kann

  • bis zu 10 Prozent der festgesetzten Steuer betragen,
  • höchstens 25.000 Euro.

Der Verspätungszuschlag soll eigentlich mit der Steuer festgesetzt werden, muss er aber nicht. Die Richter des Niedersächsischen Finanzgerichts entschieden nun, dass das Finanzamt selbst ein Jahr und zwei Tage nach Versendung des Steuerbescheids nachträglich noch einen Verspätungszuschlag festsetzen darf.

Praxistipp:

Doch Steuerzahler sollten hiergegen auf die Barrikaden gehen und sich wehren. Denn in einem Revisionsverfahren hat der Bundesfinanzhof nun zu klären, ob sich das Finanzamt mit der Festsetzung eines Verspätungszuschlags tatsächlich so viel Zeit lassen darf. Betroffenen helfen hier ein Einspruch und ein Antrag auf Ruhen des Verfahrens bis zur endgültigen Entscheidung.

(FG Niedersachsen, Urteil v. 24.02.2009, Az. 12 K 249/08; Revision beim Bundesfinanzhof, Az. IX R 43/09).

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