10.01.2017 | Internet-Datenschutz-AGB

Mehr Wahlmöglichkeiten bei Datenschutzerklärung statt pauschaler Alles-oder-Nichts-Vorgabe

Nutzer sollen bei Datenschutzerklärungen im Internet Wahlmöglichkeiten haben
Bild: MEV-Verlag, Germany

Bei vielen Internet-Diensten haben die Kunden bislang keine wirkliche Wahlmöglichkeit. Sie können entweder den Geschäfts- und Datenschutzbedingungen uneingeschränkt zustimmen oder sie ablehnen, was dann jedoch zur Folge hat, dass sie das Angebot nicht nutzen können. Die Bundeszentrale der Verbraucherbände fordert flexiblere Regelungen.  

Die allermeisten Online-Angebote stellen die Interessenten vor die grundlegende Wahl:

  • Entweder man stimmt den Datenschutzklauseln und den AGBs zu,
  • oder das Angebot lässt sich nicht nutzen.

In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur äußerte jetzt der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentrale (vzbv), Klaus Müller, seinen Unmut über diese Praxis und forderte mehr Flexibilität.

Online-Dienst-Kunden haben meist gar keine Wahl

Für viele Nutzer sei die Situation, dass es nur Alles oder Nichts gebe, äußerst ärgerlich. Ach bei Softwareupdates oder Änderungen der AGBs hätten die potentiellen Kunden meist gar keine Wahl, und müssten in jedem Fall zustimmen, wenn sie eine Technologie weiterhin nutzen wollten.

Abschreckend Wirkung

Auch aus Sicht der Anbieter sei ein solches Vorgehen nicht optimal, denn ein Teil der potenziellen Kunden verzichte aufgrund dieser mangelnden Flexibilität auf die Nutzung des Angebots, und den Firmen entgingen daher Einnahmen. Es wäre daher schlauer und moderner, den Interessenten Wahlmöglichkeiten einzuräumen.

Unverständliche und zu lange Klauseln: One-Pager gefragt

Auch an der Umsetzung der Datenschutzklauseln und der AGBs übte der Verbandschef Kritik.

Die Datenschutz-Klauseln seien oftmals eine Zumutung, da sie viel zu lang und in einer kaum verständlichen Sprache geschrieben seien.

Ausdrücklich begrüßte der Verbandschef daher die Initiative des Bundesverbraucherministeriums zur Einführung einer zusätzlichen Erläuterung der Datenschutzregeln in knapper und leicht verständlicher Form durch den sogenannten One-Pager und empfiehlt die Nutzung dieses Zusatzangebots.

Datenschutz als Verkaufsargument nutzen

Nach Ansicht des vzbv sollten Unternehmen einen guten Datenschutz als Verkaufsargument nutzen. Beispielsweise könne gerade bei vernetzten Geräten eine Voreinstellung, die ein hohes Maß an Datensicherheit bietet, als Verkaufsargument im Vergleich zu weniger gut konfigurierten Konkurrenzprodukten genutzt werden.

Kein Abschied von der Datensparsamkeit

Im Hinblick auf die Nutzung der Nutzerdaten widersprach der Verbraucherschützer den jüngst aufgestellten Forderungen aus der Politik nach einem Ende des Prinzips der Datensparsamkeit und nannte diese Äußerungen einen „Irrweg“.

  • Technischer Fortschritt und die Entscheidung der Verbraucher darüber, was mit ihren Daten geschehe, seien keine Widersprüche.
  • Viele Anwendungen im Big-Data-Bereich seien auch mit anonymisierten Daten möglich.

Datensparsamkeit bedeute auch, dass die Nutzer gefragt werden müssten, wenn die Daten für weitergehende Zwecke genutzt werden sollen.

Dies sei eine Frage des Anstands. Viele Verbraucher würden gerne zustimmen, wenn sie zuvor angemessen über die geplante Nutzung informiert worden.

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Schlagworte zum Thema:  Datenschutzerklärung, Internet, Internet-Suchmaschinen, Datensparsamkeit, Big Data

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